Die vertikale Stadt

Samstag, 15. Dezember 2012 at 20:04 Uhr

Quelle: sf.tv

Ob die Schweiz jemals so mutig sein wird eine vertikale Stadt umzusetzen, wenn wir gut 50 Jahre für eine Autobahnanbindung zwischen Zug und Zürich benötigen?

Einstein vom 08.11.2012

Sony PRS-T1 eReader

Dienstag, 1. November 2011 at 22:48 Uhr

Nun halte ich ihn in den Händen – den neuen PRS-T1 eReader von Sony – ganz in Rot.

Über das Wochenende konnte ich das Gerät in Ruhe ausprobieren, da ich erst abklären wollte, ob alle meine Linux Magazin PDF’s, ohne Probleme angeschaut werden können.

Das ich überhaupt ein Gerät ausleihen konnte, verdankte ich dem Sonycenter Zürich. Und obwohl nur eine beschränkte Anzahl Geräte zur Verfügung standen, gab es kein Zweifel, dass man als Kunde vor dem Kauf erst das Gerät testen muss. Für diesen Service bedanke ich mich recht herzlich bei dem Familienbetrieb „Graziano’s“, welcher das Sonycenter führt!

Über das generelle Handling mit dem Gerät schreibe ich hier nicht viel, denn Tests und Reviews gibt es im Netz zur Genüge. Was die viel zitieren Bedenken der spiegelnden Gehäuseoberfläche angeht, so kann ich keine störenden Reflexionen ausmachen, ausser die Lichtquelle scheint frontal und nah auf das Gerät, was dann die allgemeine Lesbarkeit sowieso ein wenig beeinträchtigt.

Wie schon weiter oben erwähnt, war für mich Kauf entscheidend, wie der PRS-T1 mit dem Anzeigen von PDF’s klar kommt.
Da die PDF Version des Linux Magazin, nur in der für Printmedien üblichen Multi-Columns-Darstellung verfügbar ist, lässt sich der Text auf einem 6″ Display fast nicht lesen. Der eReader bietet zwar unterschiedliche Schriftgrössen an, welche aber das ganze Layout des Linux Magazins zerreisst und durch die ständige Berechnung des „Reflows“ ein Lesen zur Geduldsprobe wird, da ein Seitenwechsel schon gerne mal 30 Sekunden Ladezeit und mehr mit sich bringen kann. Der PRS-T1 bietet zwar neben dem Landscape-Mode, der das Lesen solcher PDF’s ein wenig angenehmer macht, auch einen 2-, bzw. 3-Spalten-Modus. Dabei wird das PDF in die entsprechenden Anzahl Spalten dargestellt, was das Lesen angenehmer macht.

Mir war das aber noch nicht genug, denn die Schrift war immer noch sehr klein. Natürlich könnte ich bei jedem Seitenwechsel die Lupenfunktion benutzen, dass dies den Lesespass aber nicht förderlich ist, versteht sich von selbst. Die Seitenränder des Linux Magazins verfügen über viel leeren Platz, welcher eigentlich abgeschnitten werden könnte, um so dem vorhandenen Text mehr Platz zu ermöglichen.

Fündig wurde ich mit dem Freeware Tool PDFill, mit dem sich nachträglich PDF’s bearbeiten lassen. Mittels der „Split or Recorder Page“ lässt sich das gewünschte PDF erst mal auseinander nehmen, so dass Doppelseiten wieder als Einzelseiten im PDF abgespeichert werden. Danach konnte ich mit der Option „Rotate or Crop PDF Pages“ alle Seiten um je 15 Millimeter auf der linken und rechten Seite zuschneiden. Das Ganze dauert nur wenige Sekunden und danach hatte ich 3 Zentimeter Platz gewonnen, was sich gleich in der besseren Lesbarkeit des PDF’s bemerkbar machte – noch nicht ideal aber immerhin besser.

Es gibt zwar im PRS-T1 einen Modus in dem der sichtbare Ausschnitt eines PDF’s selbst definiert werden kann. Damit sollte eigentlich das externe Zuschneiden an sich überflüssig werden. Leider ist diese Funktion sehr rudimentär und bietet momentan keine Alternative zur manuellen Bearbeitung. Es bleibt zu hoffen, dass Sony mittels Firmware Update die Darstellung von PDF’s noch weiter ausbauen wird.

Für mich macht der Sony PRS-T1 einen soliden, sowie ästhetischen Eindruck. Bis jetzt konnte mich kein anderer E-Book Reader im Umgang von Multi-Columns PDF’s überzeugen. Bleibt zu hoffen, dass Verlage wie das Linux Magazin in Zukunft auch eine angepasste Version anbieten und die Hersteller den Umgang von Multi-Columns PDF’s weiter vereinfachen.

Die Zukunft findet ohne Ticket statt

Samstag, 2. Juli 2011 at 20:20 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Künftig muss man nicht mehr ans Billett denken. Die SBB arbeiten an einem landesweiten System, mit dem Bahn-, Tram- und gar Seilbahnfahrten automatisch abgerechnet werden.

Es sieht aus wie eine etwas dick geratene Kreditkarte, das universelle drahtlose elektronische Ticket. Neben einem Computerchip enthält es eine Antenne und eine winzige Batterie. Mit dem E-Ticket in der Tasche wird man Züge, Trams und Busse benützen, ohne ans Billett oder ans Abonnement denken zu müssen. Sensoren in den Wagen registrieren, welche Wege wir zurücklegen, indem sie die E-Tickets aller Personen an Bord erfassen, sobald die Türen zu sind. Am Monatsende kommt die detaillierte Abrechnung, genau wie beim Telefon.

Soweit so gut…

Als erste Etappe sieht SBB-Experte Garcia ab 2014 die Ablösung der heutigen Abonnemente durch die «ÖV-Karte» der neuen Technik. Die Erfassung der Wege würde zunächst noch nicht automatisch vorgenommen: Die Reisenden weisen bei der Kontrolle statt ihres Abonnements die Karte vor, die der Kondukteur kontaktlos ablesen könnte, sein rotes mobiles Terminal wird dann dafür eingerichtet sein.

In einer nächsten Phase, frühestens ab 2018, würden Sensoren in den Wagen über Funk automatisch die Daten aller Passagiere abfragen, die Chipkarten könnten in den Taschen bleiben. Den Entscheid dafür müssten wiederum die SBB, die Transportunternehmungen, Tarifverbünde und der Verband der öffentlichen Verkehrsunternehmen (VÖV) fällen.
[…]
Die Technik ist klar: Einmal täglich senden die Geräte in den Wagen die erfassten Daten an eine Zentrale. Dort werden die Daten ausgewertet und wird die Abrechnung erstellt; auf der Karte werden keine Tarifdaten gespeichert. Der Prozess findet nicht in Echtzeit statt, es ist also unmöglich, den Aufenthaltsort einer Person festzustellen.

Nicht in Echtzeit? Die Transportunternehmen verzichten tatsächlich auf den Zugriff der Daten in Echtzeit? Ich vermute dahinter eher die Taktik, dieses System mit diesem „Ausschluss“ Salonfähig zu machen um später die Verfügbarkeit der Daten in Echtzeit still und leise einzuführen.

Der Vorteil der automatischen Billettkontrolle für die Kunden: Haben sie ihre Karte bei sich, brauchen sie nicht mehr ans Lösen von Billetten zu denken. Validieren, das heisst mit einem Guthaben aufladen oder mit einem Abonnement, lässt sich die Karte bequem via Internet oder an Automaten. Wer nicht will, dass eine Zentrale über seine Wege Buch führt, kann eine anonyme Karte gegen Vorauszahlung benützen.

Nach Erfahrungen bei Verkehrsverbünden in Deutschland tun das laut Kalbermatter aber weniger als ein Prozent der Kunden. Die meisten vertrauen darauf, dass die Daten – wie die Daten der Handybenützung – vertraulich behandelt werden. Die Datenschützer haben Richtlinien erlassen, an die sich die Verkehrsunternehmen halten werden.

Diesen verspricht das E-Ticketing grosse kommerzielle Vorteile. Neben den neuen Tarifmodellen und Bonussystemen (die jedoch nicht zusammen mit dem E-Ticket eingeführt werden sollen) wird der Aufwand für den Unterhalt der Verkaufsautomaten und die Verarbeitung des Geldes reduziert, die Billettkontrolle geht viel schneller, das System kann sogar selber erkennen, ob Leute mit ungültigen Tickets im Wagen sind.

Schön das es Menschen gibt, die einem Profit orientiertem Unternehmen soviel Vertrauen im Umgang mit persönlichen Daten zutrauen. Offensichtlich gehöre ich einer Minderheit von unter einem Prozent an, die nicht darauf vertrauen, dass solche Unternehmen nicht Mittel und Wege suchen werden aus solchen Daten Kapital zu schlagen. Dabei muss nicht einmal die Absicht einer Vermarktung der persönlichen Daten im Vordergrund stehen. Beispiele aus der Vergangenheit zeigten immer wieder auf, dass ein ungenügender Zugriffsschutz zur Bekanntgabe der Daten führen kann.

Solange es die Möglichkeit gibt anonyme E-Ticketing Karten zu benutzen werde ich diese Technik nur in diesem Umfang benutzen.

Und ja, ich habe einiges zu verbergen!
Zum Beispiel will ich nicht irgendwelchen Unternehmen oder Personengruppen bekanntgeben, wo ich letzten Dienstag zwischen 21:00 und 21:45 Uhr gewesen bin.

Denn wenn solche Daten gespeichert werden, werden diese auch benutzt, sonst würden diese Daten nicht gespeichert werden.

Nationalrat setzt erstes Zeichen für erneuerbare Energien

Freitag, 10. Juni 2011 at 0:12 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Einen Tag nach dem Ja zum Ausstieg aus der Atomenergie hat der Nationalrat ein Zeichen für die Förderung erneuerbarer Energien gesetzt. Er sprach sich dafür aus, die finanzielle Obergrenze bei der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) aufzuheben.

Der Nationalrat hiess mit 107 zu 72 Stimmen bei 9 Enthaltungen eine Motion von Martin Bäumle (glp/ZH) zur Aufhebung des Deckels gut. Nicht nur die Gesamtbegrenzung, sondern auch die Begrenzung für einzelne Technologien soll aufgehoben werden. So sollen mehr Projekte für erneuerbare Energien gefördert werden können. Der Bund soll jedoch die Möglichkeit behalten, die Kosten zu steuern.

Heute sind über 8000 Projekte auf der Warteliste für Gelder aus der Einspeisevergütung. Die KEV wird mit einer Abgabe auf dem Strom finanziert, die derzeit 0,45 Rappen pro Kilowattstunde beträgt. Ab 2013 soll die Abgabe gemäss früherem Parlamentsbeschluss auf 0,9 Rappen steigen.

Mit der KEV hatte sich der Nationalrat bereits gestern befasst – und dabei unterschiedliche Signale gesendet. Einen Vorstoss aus den Reihen der Grünen für die Aufhebung der finanziellen Obergrenze lehnte er mit Stichentscheid des Präsidenten ab. Ja sagte der Rat dagegen zu einem Vorstoss aus den Reihen der CVP, der anstelle der Obergrenze Jahreskontingente für baureife Projekte fordert.

Die künftige Ausgestaltung der KEV dürfte die Räte also noch beschäftigen. Der Bundesrat will im Rahmen seiner neuen Energiestrategie Änderungen prüfen, sich aber derzeit noch nicht festlegen, wie dieses Förderinstrument angepasst werden soll.

Sehr gut, ohne die Aufhebung der KEV Obergrenze wäre die Umstellung auf die Erneuerbaren nur ein Lippenbekentnis geblieben.
In erster Linie geht es jetzt mal darum die Menge der erneuerbaren Energien massiv zu erhöhen, eine Lenkung mittels Einspeisevergütung wird in nächster Zeit sowieso nicht nötig sein, solange der Anteil von Wind, Solar, Bio und Geothermie sich noch in einem so niedrigen Prozentbereich befindet.

Und ja, ich weiss das Subventionen den Markt verzehren, was aber im Angesicht der gängigen Praxis der Subventionspolitik im Umfeld des Atomstroms offensichtlich nie eine negative Rolle spielte.

Der Traum von einem neuen, sicheren AKW

Mittwoch, 1. Juni 2011 at 2:35 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

«Sollte die technologische Entwicklung zu einem Quantensprung bei der Sicherheit führen, dürfen wir die Tür nicht schon heute zuschlagen», sagte Economiesuisse-Präsident und Ex-FDP-Chef Gerold Bührer jüngst in der «SonntagsZeitung».
[…]
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, auf Technologien zurückzukommen, wenn sie bedeutende neue Ergebnisse zu Tage fördern. In der AKW-Frage aber sind wichtige Entscheidungsträger dezidiert der Meinung, ein Nichtentscheid – sprich ein Moratorium – würde die wichtigsten Player für den langen Marsch in die erneuerbare Energie abschrecken.
[…]
Nichtsdestotrotz halten Bührer & Co. an der Option Kernenergie fest. Ihr Zauberwort: Sichere Atomkraftwerke der 4. Generation. Gemeint ist damit neuste Technologie, die ab zirka 2030 einsatzbereit sein soll.

Irgendwann in ferner Zukunft werden diese Reaktoren vielleicht einsatzbereit sein. Bis dahin wird sich die Menschheit nach regenerativen Energiequellen umsehen und diese auch einsetzten.

Doch wofür steht «Generation 4»? Prasser erklärt es so: «Die Nutzung des eingesetzten Urans wird zirka um den Faktor 50 erhöht. Der Anteil langlebigen Abfalls kann massiv reduziert werden.» Ein wahrer Technologiesprung also. Wobei die verschiedenen Reaktortypen – sechs an der Zahl – die neuen Vorteile in unterschiedlichem Masse erfüllen. Und die Sicherheit bei Störfällen? «Die meisten Reaktortypen der Generation 4 müssen in Sachen Sicherheit noch weiter entwickelt werden, um das Niveau heute verfügbarer Neubauanlagen zu erreichen», so der ETH-Forscher.

Forschung ist immer gut und möglicherweise werden diese Reaktortypen auch mal effizienter das spaltbare Material verbrauchen können. Der Wortlaut liegt hier auf „verbrauchen“, denn auch die Reaktoren der 4. Generation werden ein Rohstoff benötigen der nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen wird. Solange die „4er“ Reaktoren nicht mal die Sicherheitsstandards der heutigen Reaktoren erfüllen können, geschweige das Abfallproblem nicht gelöst wurde, besteht kein akuter Bedarf sich mit dieser Technologie weiter auseinander zu setzen.

Ganz ausschliessen lässt sich aber auch bei Reaktoren der kommenden Generation das Risiko eines schweren Störfalles nicht. «Ein minimes Restrisiko bleibt immer», so Prasser. Das ist es, was bei AKW-Gegnern den Widerstand gegen die Atomtechnologie nicht abbrechen lässt. Ein Restrisiko bleibt ein Solches, egal wie gross es ist. Und ein GAU hinterlässt verbrannte Erde für Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Egal, ob die Chance, dass dieser Eintritt, nun 10 Nullen vor dem Koma hat oder 20.

Ein GAU kann fünf mal hintereinander eintreten oder eben erst in 15’000 Jahren. Die Unzulänglichkeiten des Vorhersagen von Wahrscheinlichkeiten…

Was gibt es zu tun?

1.) Erhöhung der Energie-Effizienz
Damit lässt sich schon mal ca. 30 Prozent der Energie einsparen, ohne irgendwelchen Komfortverzicht.

2.) Förderung der regenerativen Energieformen
Das Argument der Kritiker lautet häufig, dass die alternativen Energien nur einen tiefen Prozentanteil am Energiemarkt ausmachen und den Bedarf nicht decken können.
Stimmt! Der politische und finanzielle Wille für die Förderung und Ausbau der Regenerativen steht in keinem Verhältnis zu den „Zuwendungen“, welche die Atomenergie in den letzten 50 Jahren erfahren durfte. Da gibt es einen enormen Nachholbedarf!

3.) Ausbau der Netzinfrastruktur
In der Zukunft wird der Bürger gleichzeitig Produzent, sowie Konsument von Energie sein, da dieser die Möglich hat dezentral Strom zu erzeugen. Die heutigen Stromnetze sind dafür ausgelegt, dass Strom von einem Punkt an viele kleinere Standorte verteilt werden kann. Neu wird es auf ein Intelligentes Stromnetz, ein sogenanntes „Grid“ hinauslaufen welches die Energie untereinander verteilen wird. Das die grossen Stromunternehmer bei diesem Modell noch ein wenig Mühe haben, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass ihnen die Monopolstellung im Energieerzeugen streitig gemacht wird.

4.) Speicherung von Energie
Um Schwankungen bei Solar- und Windenergie abzufangen, lässt sich bei einem Überschuss die Energie in Form von kinetischer (Wasser) oder thermischer (flüssiges Salz) Energie zwischenspeichern.

Zudem wird zukünftig viel mehr Wind aus der Nordsee, Sonne aus der Sahara oder Geothermie aus Italien in unserem Strom zu finden sein. Denn so wie wir heute von Öl, Kohle oder Uran abhängig sind, wird sich auch in der Zukunft an dieser Konstellation nichts ändern, mit einem Unterschied: Wir sind alle Produzenten und Konsumenten.

Sunrise bringt entbündeltes Telefonieangebot

Donnerstag, 19. Mai 2011 at 16:55 Uhr

Quelle: itmagazine.ch

Sunrise lanciert auf Basis seiner eigenen Infrastruktur das Telefonieangebot Call+. Der Anschluss kostet 25 Franken pro Monat, Anrufe ins Festnetz 6 Rappen pro Minute.

Bei sipcall.ch bezahle ich 2.9 Rappen pro Minute ins Festnetz, bzw. 1.9 Rappen im Niedertarif. Um mein bestehendes Festnetztelefon anzuschliessen zu können habe ich mir damals eine ATA-Box für knapp 100 Franken gekauft, welche bis heute ohne Probleme arbeitet.

Wer schon einen Internetanschluss hat oder sich sowieso einen zulegen möchte, soll sich doch mal diese Lösung anschauen. In meinem Fall wäre die ATA-Box in vier Monaten amortisiert gewesen, denn es fallen keine weiteren Kosten als die Gesprächskosten an. (Von möglichen Optionen welche man dazu mieten möchte mal abgesehen.)

AKW-Chef denkt über die Schliessung von Mühleberg nach

Freitag, 6. Mai 2011 at 20:44 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Herr Gasche, was bedeuten die neuen Auflagen des Atominspektorats Ensi konkret für das AKW Mühleberg?
Urs Gasche: Die Auflagen sind streng. Es wird nicht trivial sein, sie zu erfüllen. Zunächst bedeuten sie einen hohen Arbeitsdruck für unsere Spezialisten, die Lösungen ausarbeiten müssen. Positiv ist, dass das Ensi bestätigte, dass es keine Sicherheitsbedenken gibt, die eine Sofortabschaltung nötig machen.

Der Stolperstein könnte der Umstand sein, dass das Ensi für die Notsysteme des AKW zusätzlich zur Aare eine alternative Kühlwasserzufuhr fordert.
Ich persönlich vermute auch, dass die Lösung dieses Problem die grösste Herausforderung wird. Es geht dabei nicht bloss um die Erfüllbarkeit der Auflage.

Um was noch?
Es kann sein, dass wir zwar zum Schluss kommen, dass das Problem mit der alternativen Kühlwasserzufuhr technisch lösbar ist, aber die nötige Investition zu hoch wäre.
[…]
Wir wissen heute noch nicht, ob sich die geforderten Investitionen selbst dann nicht mehr lohnen, wenn das KKW die erwartete Lebensdauer erreicht. Sie beträgt noch zehn bis zwölf Jahre. In dieser Zeit muss das investierte Kapital zurückfliessen, sonst ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben.

Im Klartext heisst dies: Sie schliessen nicht mehr aus, dass Sie das AKW vorzeitig abschalten, weil sich die Investitionen schlicht nicht mehr lohnen?
Ja, ich kann heute nicht mehr ausschliessen, dass wir das KKW aus wirtschaftlichen Gründen vorzeitig abschalten.

Diese Kosten-Nutzen-Analyse zeigt doch hier klar auf das es sich nicht rechnet ein AKW mit einem mangelnden Sicherheitsstandard weiter betreiben zu lassen. Was ich einfach nicht begreifen kann ist, dass die Notwendigkeit einer alternativen Kühlwasserzufuhr nicht schon vor Fukushima ersichtlich gewesen war oder wurde vielleicht nicht bewusst ein vorhersehbares Risiko heruntergespielt um nötige Investitionen nicht tätigen zu müssen?

Wenn Sie das AKW heute stilllegen müssten: Wäre es bereits amortisiert?
Das ist nicht so einfach zu beantworten. Klar ist aber: Die Fonds für die Stilllegung des KKW sind noch nicht voll, weil sie jährlich geäufnet werden und weil man nicht mit einer so frühen Stilllegung rechnete. So gesehen hätten wir Verluste, wenn das KKW jetzt abgeschaltet würde.

Wie viel Geld fehlt?
Das kann ich nicht spontan sagen.

Die Fonds sind noch nicht voll? Die offizielle Stilllegung des AKW Mühleberg war auf 2012 geplant, also 40 Jahre nach dessen Inbetriebnahme. Fehlt also das Geld in den Fonds von einem Jahr oder wurde in der Vergangenheit die Zurückstellungen vernachlässigt und alle Hoffnung auf eine Betriebsverlängerung gesetzt? Weiss Herr Gasche nicht wie viel Geld in den Fonds fehlt, weil es viel oder sehr viel sein könnte und bedient er sich eines taktischen Manövers um eine Laufzeitverlängerung zu rechtfertigen?

Bald wird das Ensi auch entscheiden, ob der Kernmantel ersetzt werden muss oder nicht. Das würde eine halbe Milliarde kosten. Ist es ausgeschlossen, dass sie ihn ersetzen würden?
Ich kann diese Frage nicht abschliessend beantworten. Aber gerade auch im Kontext der neuen Auflagen, die ja auch Investitionen auslösen, müssten wir die Wirtschaftlichkeit schon sehr gut prüfen, falls der Ersatz des Kernmantels nötig würde. Allerdings stellt sich dann umgekehrt die Frage, ob, wenn wir all diese Investitionen tätigen, eine Verlängerung der Lebensdauer des KKW über die erwartete Lebensdauer hinaus möglich wäre.

Warum sollte man einer Verlängerung der Betriebsdauer in Erwägung ziehen falls der Kernmantel ersetzt wird? Ist es nicht so, dass bei einem defekten(!) Kernmantel das AKW schon lange hätte stillgelegt werden müssen und das die Betriebsdauer des AKW Mühleberg von Anfang an auf 40 Jahre begrenzt war? Mir scheint es so, als rechtfertigt ein „intakter“ Kernmantel eine längere Betriebsdauer eines AKW’s und das es hingegen völlig normal ist mit einem „defekten“ Kernmantel die geplante Betriebsdauer auszuschöpfen. Zudem bringt ein neuer Kernmantel nicht wirklich viel, denn die Bauart des AKW Mühleberg entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsbestimmungen unabhängig davon das diese Technologie nicht zu beherrschen ist, mit fatalen Folgen für Mensch und Umwelt.

Settop-Zwang bleibt bestehen

Dienstag, 12. April 2011 at 20:23 Uhr

Quelle: pctipp.ch

Der Schweizer Nationalrat lehnte den Antrag auf Abschaffung des Settop-Boxen-Zwangs für Digital-TV-Anbieter ab. Cablecom gibt die Boxen derweil nur noch gegen Miete raus – Konsumentenschützer sind empört.

…und erst die Kunden…!!

[…]
Wenig beeindruckt davon zeigt sich der Kabelanbieter Cablecom. Die setzen sogar noch einen drauf und schaffen die Kaufoption für ihre digitale Fernseh-Box ab. Neu ist der Kunde also gezwungen, diese zu mieten – was die Kaufkosten natürlich schnell einmal übersteigen dürfte. Je nach Angebot kostet die Miete bei Cablecom zwischen 4 und 30 Franken monatlich. Zwar kann der Kunde statt der Settop-Box auch die sogenannte DigiCard nehmen, die weiterhin für 99 Franken gekauft werden kann. Diese setzt aber einerseits einen modernen Fernseher mit CI+-Anschluss voraus, andererseits unterstützt sie kein Video on Demand und ermöglicht nicht, dass man gleichzeitig auf verschiedenen Kanälen aufnehmen und fernsehen kann – womit sie für viele Kunden gar nicht erst infrage kommt. Die Stiftung für Konsumentenschutz spricht von einer skandalösen Ausnutzung der Monopolstellung.

Tja, ich werde weiterhin um digitales Fernsehen einen Bogen machen solange Cablecom ihre Monopolstellung dermassen zum Nachteil der Kunden ausnutzt. Das Cablecom in Österreich (Vorarlberg) eine andere Strategie fährt (EU Recht), zeigt mir auf, wie Cablecom versucht uns Schweizer Konsumenten für blöd zu verkaufen.

Da Cablecom mich offensichtlich nicht als DigitalTV-Kunde haben will, werde ich auch in Zukunft bei jedem Cablecom-Stand in einem Shop die gleiche Antwort geben müssen: „…erst wenn ich die freie Wahl der Settop Box habe!“

Ich prüfe ernsthaft die Anschaffung einer Satelliten-Anlage. Ob ich eine 60cm Schüssel auf meinem Balkon aufstellen darf muss ich wohl noch mit meiner Vermieterin abklären.

Das Drama der Experten

Freitag, 8. April 2011 at 18:04 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

[…]
Ende 2008 noch sagte Michael Prasser, ETH-Professor für Atomphysik: «Unser Wissensstand ist heute nahezu perfekt.» Und: «Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gebiet radioaktiv verseucht wird, liegt bei einem Ereignis alle Milliarden Jahre.»Das gelte nicht nur für moderne Reaktoren, sondern auch für die alten, denn diese würden nachgerüstet. «Ein Kernkraftwerk ist eine Art lebendiger Organismus, dessen Sicherheit ständig optimiert wird.»Zwei Jahre (von einer Milliarde) später gerieten gleich vier Reaktoren in Fukushima ausser Kontrolle.Was sagt Prasser dazu? Er gesteht: «Die ersten Explosionen haben mich wirklich von der Piste geschossen.» Aber schon am Tag darauf, als die ersten Wasserwerfer auffuhren, habe die Hoffnung wieder überwogen.

So ist das nun mal mit statistischen Vorhersagen, ein Ereignis kann dreimal hintereinander eintreten oder eben auch gar nicht in einer Milliarden Jahre.

[…]
Sein Fazit? «Wenn in Fukushima der neueste Stand der Technik zum Einsatz gekommen wäre, hätte es die Katastrophe nie gegeben.» Und: Die Japaner hätten die Tsunamis der Vergangenheit falsch ausgewertet. Kann man Professor Prasser, einem Experten, trauen? Auch, wenn man weiss, dass sein Lehrstuhl von der Atomlobby finanziert wird?

Wenn, wenn, wenn…
Nicht das „Wenn“ sondern das „Warum“ ist meiner Meinung nach die richtige Frage.
In einem Erdbeben gefährdeten Gebiet, direkt am Meer ein AKW zu bauen, ohne ausreichenden Schutz gegen ein solches Ereignis, wirft schon Fragen auf. Ein Erdbeben der Stärke 9.0 und eine daraus resultierende Flutwelle von 23 Meter ist ganz klar ein realistisches Szenario, welches man schon im Vorfeld kennen konnte.

Offensichtlich gab es keinen Bedarf für Anpassungen an solch ein Risiko. Vielleicht konnte man die Risiken nicht abschätzen, oder man wollte nötige Massnahmen nicht umsetzen, da sonst die Wirtschaftlichkeit der AKW’s nicht mehr gegeben wäre.
In jedem Fall wurde das Risiko falsch eingeschätzt, was sich bei einem Unfall wie Fukushima zeigt, als Fatal erweist. Die Aussage, das beim neusten Stand der Technik solch eine Katastrophe nie eingetreten wäre, ist eine Behauptung, denn der Faktor Mensch und das Restrisiko lässt sich halt nicht ausschliessen, nur unwahrscheinlicher machen, Darum nennt man es auch „Restrisiko“.

Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir mit diesem Restrisiko leben wollen und bereit sind die Konsequenzen zu tragen, die sich daraus ableiten.

Ich wünsche mir eine offene und transparente Diskussion über Atomstrom in der Öffentlichkeit. Dazu gehören alle Kosten und alle Implikationen dieser Technologie auf den Prüfstand. Auf der anderen Seite legen wir erneuerbare Energien, dessen Potential, die Kosten und ihre Implikationen in die Waagschale.

Dann lassen wir das Volk entscheiden!

PC-Netzteile als Stromfresser

Dienstag, 16. März 2010 at 21:56 Uhr

Quelle: Pressetext.ch

„Dass bei herkömmlichen PC-Netzteilen 30 Prozent der Gesamtenergie durch die Umwandlung verloren gehen, ist im Sinne einer modernen Green IT inakzeptabel“, erklärt einer der Projektleiter, Ingenieur Alexander Kirjuchin von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, im pressetext-Interview. „Mit unserem Projekt wollen wir zeigen, dass die Technik längst existiert, um auf diesem Gebiet wesentliche Verbesserungen zu erreichen“, so Kirjuchin.

Beim in Konstanz entwickelten Netzteil konnte der Wirkungsgrad auf über 90 Prozent gesteigert werden. Damit ist auch kein Ventilator mehr notwendig, der neben dem Lärmpegel durch seine mechanische Beschaffenheit stets auch ein potenzieller Schwachpunkt für Verschleißerscheinungen darstellt. Ein wesentlicher Fokus liegt zudem auf dem optimierten Einsatz einer aktiven Power Factor Correction (PFC).
[…]
Angesichts des Umstands, dass allein in der Industrie Mio. von ressourcenvergeudenden PC-Netzteilen in Verwendung sind, hofft Kirjuchin auf ein Eingreifen der Politik, wie es etwa bei der EU-weiten Standby-Verordnung geschehen ist: „Eine Normierung bzw. Vorgabe der Politik wäre sicherlich sinnvoll, um den schlechten Netzteilen den Garaus zu machen.“ Allein im PC-Bereich gehe es pro PC um zehn bis 20 Watt, die ungenutzt verschwendet werden. Für das deutsche Verbundnetz rechnen die Forscher daher mit einem Energieeinsparungspotenzial in der Größenordnung von Terawattstunden.

Hoffentlich spielt in diesem Fall die Politik mit und verabschiedet griffige Gesetzte, die solch verschwenderische Praktiken wegen ein paar Euro-Cents bald verboten werden. Da diese Massnahme sogar profitabel sein können, zeigt unlängst das Top-Runner-Programm aus Japan, welches nach einer bestimmten Frist die Hersteller mit Sanktionen belegt, sollten diese nicht den zuvor festgelegten Energiestandart bei ihren Geräten umgesetzt haben.