Doom und Doom II vom Index gestrichen

Donnerstag, 1. September 2011 at 0:43 Uhr

Quelle: golem.de

Mit Wirkung zum 31. August 2011 hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die 1994 erfolgte Indizierung der Spiele Doom und Doom II aufgehoben. Aus heutiger Sicht seien die Titel nicht mehr jugendgefährdend.

Auf 17 Seiten (PDF) begründet die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ausführlich, warum Doom und Doom II vom Index gestrichen wurden. Der entscheidende Punkt ist die technische Weiterentwicklung von Spielen, in deren Folge die Darstellungen der beiden Shooter-Klassiker heute nicht mehr als realistisch anzusehen sind.

Die BPjM dazu: „Der Spieler wird aufgrund der distanzierend wirkenden Grafik in das Kampfgeschehen nicht mehr emotional involviert. Es verbleibt sowohl auf der visuellen Ebene als auch auf der Tonebene der Eindruck von abstrakten und damit auch überdeutlich als fiktiv und als unrealistisch zu erkennenden Schilderungen. Das spielerische Erleben hinsichtlich der empathischen Beeinflussung der Rezipierenden ist demnach heute anders zu bewerten als noch vor 18 Jahren.“

War nicht die realistische Darstellung von Gewalt der Grund für die Indizierung dieser beiden Titeln?
Ich konnte damals schon den Entscheid einer Indizierung nicht nachvollziehen, eine Freigabe ab 18 Jahren wäre vertretbar gewesen. Die beiden Titel mit dieser Begründung wieder vom Index zu nehmen ist einfach nur lächerlich.

Offensichtlich wurde die Realität inzwischen noch realistischer 🙂

Leuthards Worte empören Deutschland

Mittwoch, 24. August 2011 at 18:10 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Hätte Doris Leuthard (CVP) gewusst, welchen Wirbel sie auslösen würde, als sie am Montagabend an einer Podiumsdiskussion in Zürich die süddeutschen Fluglärmgegner als «Taliban» bezeichnete, hätte sie im Nachhinein wohl andere Worte gewählt. So heisst es aus ihrem Umfeld – allerdings sei der Begriff in einer relativ freien Rede spontan gefallen.

Spontan fällt mir da folgendes ein: Taliban vs. Indianer

Ich kaufe ein „A“!

Sonntag, 7. August 2011 at 19:50 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Das US-Finanzministerium ist sich sicher: Ein Rechenfehler ist Schuld an der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor’s. Für diese gehört die grösste Volkswirtschaft der Welt seit Freitag nicht mehr zu den kreditwürdigsten Staaten.

Doch die verschlechterte Bewertung von Topnote AAA auf AA+ ist nach Ansicht der US-Regierung einem Fehler geschuldet, durch den zwei Billionen Dollar bei der Berechnung nicht berücksichtigt wurden. Dieser Lapsus wecke Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Ratingagentur, heisst es im Finanzministerium in Washington. Das sieht Standard & Poor’s freilich anders: Verantwortlich für die Herabstufung sind demnach nicht nur blosse Zahlen, sondern auch die tiefen Gräben zwischen Demokraten und Republikanern.

Die hochgelobten Ratingagenturen müssen sich ja irren, wenn die USA ihr Trible-A Status verliert. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Vergessen wir mal das Geplänkel mit der Zahlungsunfähigkeit, ist ja alle nur Spass und auch die Republikaner und Demokraten haben sich ja eigentlich ganz fest lieb. Nur die Ratingagenturen verstehen offensichtlich kein Spass – diese Spielverderber!

Wenn Standard & Poor’s was zum runterstufen braucht, dann sollen sie dies doch bei Griechenland weiter tun. CC kann doch noch nicht das untere Ende der Fahnenstange sein, oder doch? Blöd das ein Rating von „D“ schon den Zahlungsausfall eines Landes bedeutet.
Oder Portugal! Ja, schraubt bei denen doch noch ein wenig herum, da ist bestimmt auch noch genug Luft drin. Aber lasst doch der arme USA ihren Trible-A Status, denn es ist ja alles gar nicht so schlimm!

[…]
Und selbst eine Berechnung mit den Zahlen wie sie die US-Regierung fordere, ändere nichts daran, dass die US-Schuldenquote unter den «plausibelsten Annahmen» in den nächsten zehn Jahren steigen werde, sagte der S&P-Verantwortliche John Chambers dem Sender CNN. «Die Zahlen, die wir veröffentlicht haben, sind korrekt, und unsere Analyse ist einwandfrei.»

Die Unfehlbarkeit der Ratingagenturen ziehen aber gerade in den USA zahlreiche Kritiker seit der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise in Frage, die 2008 ihren Anfang genommen. S&P, Moody’s und Fitch werden wegen ihrer Fehleinschätzungen für die Krise mitverantwortlich gemacht.
«Diese Menschen sind nicht in der Position, Urteile zu fällen», schrieb der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Ökonom Paul Krugman in seinem Blog bei der «New York Times». Robert Reich, der einst unter Präsident Bill Clinton Arbeitsminister war, erklärte, S&P sei durch früheres Versagen an den bis heute angehäuften Schulden der USA mit Schuld. Die Herabstufung sei eine «Einmischung» in die Politik.

Auch für Milliardär Warren Buffett hat die Entscheidung von Standard & Poors keinen Sinn. «Wenn es eine vierfache A-Note gäbe, würde ich sie den USA geben», sagte Buffett.

Super, machen wir doch eine 10 fache A-Note daraus. Schöner Nebeneffekt, Griechenland hat dann auch wieder ein Rating von AAA.

Quelle: spiegel.de

Die Partei der Verschwender

Dienstag, 2. August 2011 at 19:49 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

«Wenn ich Republikaner wäre, würde ich heute Nacht feiern», reagierte der demokratische Kongressabgeordnete Emanuel Cleaver, ein Afroamerikaner aus St. Louis, auf die Vereinbarung zur Anhebung der amerikanischen Verschuldungsgrenze. Wie wahr: An die Wand gedrückt hatten die Republikaner den Demokraten Barack Obama; einen Sieg auf der ganzen Linie hatten sie errungen – keine Steuererhöhungen für die Superreichen zur Sanierung der amerikanischen Staatsschulden, sondern teils brutale Einsparungen auf dem Rücken der Mittelklasse und der Arbeitslosen.

Selbst wenn ihnen das Wasser bis zu Hals steht, eine Steuererhöhen für die, die es am besten verschmerzen könnten, darf nicht sein. Die Tea-Party hat wieder mal erfolgreich bewiesen, dass Patriotismus nur für die Superreichen gilt und der Rest, ja der wird schon irgendwie zurecht kommen.

Gewiss sind die Staatsschulden ihr und vor allem der mit ihr verbandelten Tea Party ein Dorn im Auge, die Republikanische Partei aber hat seit dem Amtsantritt Ronald Reagans im Januar 1981 weitaus mehr Schulden angehäuft als die Demokratische Partei. Die Republikaner mögen heute die Partei der Tea Party, der Schusswaffen-Freaks und der Jesus-Jünger, der Schwulenhasser und der Einwanderungsgegner sein, vor einem halben Jahrhundert aber war die Partei vor allem die politische Heimat eines pragmatischen Konservatismus.
[…]
Der Staat hatte sich aus allem gefälligst herauszuhalten – lediglich die Verteidigung sowie die öffentliche Ordnung musste er garantieren. Und so klein sollte er sein, dass er «in der Badewanne ertränkt» werden konnte, proklamierte der republikanische Anti-Steuern-Fanatiker Grover Norquist.

Ich wünsche Grover Norquist und allen Befürwortern des Neokapitalismus, dass diese nie durch die Maschen des sozialen Netzes fallen mögen. Gepaart mit einer plötzlichen Krankheit und ohne Krankenversicherung wird der Ruf nach einem Staat, den man nicht in der Badewanne ertränken kann, bestimmt lauter.

Mal schauen wie lange die USA noch das AAA-Rating halten kann…

Liechtensteiner sagen Ja zur Homo-Ehe

Sonntag, 19. Juni 2011 at 22:27 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Im Fürstentum Liechtenstein können sich gleichgeschlechtliche Paare künftig registrieren lassen. Das liechtensteinische Stimmvolk hat sich mit einem deutlichen Ja- Stimmenanteil von 68,8 Prozent für das Partnerschaftsgesetz ausgesprochen.
[…]
Die Regierung und das Parlament, der Landtag, standen geschlossen hinter dem neuen Partnerschaftsgesetz. Es sieht vor, dass homosexuelle Partnerschaften auf dem Zivilstandsamt beurkundet werden. Nicht zulässig sind die Adoption von Kindern und die Anwendung von fortpflanzungsmedizinischen Verfahren wie Samenspende oder Leihmutterschaft.

Liechtenstein ist heute im 21. Jahrhundert angekommen…

Erzbischof Haas: «Skandal»

Das Fürstenhaus hat sich nicht in die Abstimmung eingemischt. Anders das Erzbistum Vaduz: Erzbischof Wolfgang Haas äusserte sich in der aktuellen Diskussion zwar nicht, hat aber schon früher seinen Standpunkt bekanntgegeben.

«Praktizierte Homosexualität ist objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde», sagte der katholische Oberhirte in einem Zeitungsinterview. Generalvikar Markus Walser bezeichnete homosexuelle Handlungen bezugnehmend auf die Bibel als «schlimme Abirrung».

…die beiden hingegen noch nicht.

Der Traum von einem neuen, sicheren AKW

Mittwoch, 1. Juni 2011 at 2:35 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

«Sollte die technologische Entwicklung zu einem Quantensprung bei der Sicherheit führen, dürfen wir die Tür nicht schon heute zuschlagen», sagte Economiesuisse-Präsident und Ex-FDP-Chef Gerold Bührer jüngst in der «SonntagsZeitung».
[…]
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, auf Technologien zurückzukommen, wenn sie bedeutende neue Ergebnisse zu Tage fördern. In der AKW-Frage aber sind wichtige Entscheidungsträger dezidiert der Meinung, ein Nichtentscheid – sprich ein Moratorium – würde die wichtigsten Player für den langen Marsch in die erneuerbare Energie abschrecken.
[…]
Nichtsdestotrotz halten Bührer & Co. an der Option Kernenergie fest. Ihr Zauberwort: Sichere Atomkraftwerke der 4. Generation. Gemeint ist damit neuste Technologie, die ab zirka 2030 einsatzbereit sein soll.

Irgendwann in ferner Zukunft werden diese Reaktoren vielleicht einsatzbereit sein. Bis dahin wird sich die Menschheit nach regenerativen Energiequellen umsehen und diese auch einsetzten.

Doch wofür steht «Generation 4»? Prasser erklärt es so: «Die Nutzung des eingesetzten Urans wird zirka um den Faktor 50 erhöht. Der Anteil langlebigen Abfalls kann massiv reduziert werden.» Ein wahrer Technologiesprung also. Wobei die verschiedenen Reaktortypen – sechs an der Zahl – die neuen Vorteile in unterschiedlichem Masse erfüllen. Und die Sicherheit bei Störfällen? «Die meisten Reaktortypen der Generation 4 müssen in Sachen Sicherheit noch weiter entwickelt werden, um das Niveau heute verfügbarer Neubauanlagen zu erreichen», so der ETH-Forscher.

Forschung ist immer gut und möglicherweise werden diese Reaktortypen auch mal effizienter das spaltbare Material verbrauchen können. Der Wortlaut liegt hier auf „verbrauchen“, denn auch die Reaktoren der 4. Generation werden ein Rohstoff benötigen der nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen wird. Solange die „4er“ Reaktoren nicht mal die Sicherheitsstandards der heutigen Reaktoren erfüllen können, geschweige das Abfallproblem nicht gelöst wurde, besteht kein akuter Bedarf sich mit dieser Technologie weiter auseinander zu setzen.

Ganz ausschliessen lässt sich aber auch bei Reaktoren der kommenden Generation das Risiko eines schweren Störfalles nicht. «Ein minimes Restrisiko bleibt immer», so Prasser. Das ist es, was bei AKW-Gegnern den Widerstand gegen die Atomtechnologie nicht abbrechen lässt. Ein Restrisiko bleibt ein Solches, egal wie gross es ist. Und ein GAU hinterlässt verbrannte Erde für Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Egal, ob die Chance, dass dieser Eintritt, nun 10 Nullen vor dem Koma hat oder 20.

Ein GAU kann fünf mal hintereinander eintreten oder eben erst in 15’000 Jahren. Die Unzulänglichkeiten des Vorhersagen von Wahrscheinlichkeiten…

Was gibt es zu tun?

1.) Erhöhung der Energie-Effizienz
Damit lässt sich schon mal ca. 30 Prozent der Energie einsparen, ohne irgendwelchen Komfortverzicht.

2.) Förderung der regenerativen Energieformen
Das Argument der Kritiker lautet häufig, dass die alternativen Energien nur einen tiefen Prozentanteil am Energiemarkt ausmachen und den Bedarf nicht decken können.
Stimmt! Der politische und finanzielle Wille für die Förderung und Ausbau der Regenerativen steht in keinem Verhältnis zu den „Zuwendungen“, welche die Atomenergie in den letzten 50 Jahren erfahren durfte. Da gibt es einen enormen Nachholbedarf!

3.) Ausbau der Netzinfrastruktur
In der Zukunft wird der Bürger gleichzeitig Produzent, sowie Konsument von Energie sein, da dieser die Möglich hat dezentral Strom zu erzeugen. Die heutigen Stromnetze sind dafür ausgelegt, dass Strom von einem Punkt an viele kleinere Standorte verteilt werden kann. Neu wird es auf ein Intelligentes Stromnetz, ein sogenanntes „Grid“ hinauslaufen welches die Energie untereinander verteilen wird. Das die grossen Stromunternehmer bei diesem Modell noch ein wenig Mühe haben, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass ihnen die Monopolstellung im Energieerzeugen streitig gemacht wird.

4.) Speicherung von Energie
Um Schwankungen bei Solar- und Windenergie abzufangen, lässt sich bei einem Überschuss die Energie in Form von kinetischer (Wasser) oder thermischer (flüssiges Salz) Energie zwischenspeichern.

Zudem wird zukünftig viel mehr Wind aus der Nordsee, Sonne aus der Sahara oder Geothermie aus Italien in unserem Strom zu finden sein. Denn so wie wir heute von Öl, Kohle oder Uran abhängig sind, wird sich auch in der Zukunft an dieser Konstellation nichts ändern, mit einem Unterschied: Wir sind alle Produzenten und Konsumenten.

Wissenschaftler träumen vom grünen Planeten bis 2050

Dienstag, 10. Mai 2011 at 17:34 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Bis in 40 Jahren könnte 77 Prozent aller Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Dies legt eine Studie des Weltklimarats nahe. Doch noch ist die Politik ein Bremsklotz.
[..]
Das geht aus einem 900 Seiten umfassenden Report des Weltklimarates IPCC hervor, dessen Hauptergebnisse in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten präsentiert wurden. Für den Bericht hatten 120 Forscher den Stand der Literatur zusammengefasst.
[…]
Die fossilen Rohstoffe Kohle, Öl und Gas stellten laut IPCC nach jüngsten verfügbaren Daten von 2008 rund 85 Prozent der genutzten Energie bereit, die Atomkraft lag bei 2 Prozent. Die Erneuerbaren Energien boten insgesamt knapp 13 Prozent.

In 40 Jahren werden wir alleine aus dem einfachen Grund mehr erneuerbare Energien benutzen, weil schwindenden fossilen Energieträger wie Öl zu teuer geworden sind. Die Zeit arbeitet für die regenerativen Energiequellen und mag der Ölpreis noch so schwanken, er kennt mittel- bis langfristig nur eine Preisrichtung: up!

In den vier beispielhaften Szenarien gingen die Forscher für den Zeitraum 2011 bis 2020 von Investitionen in Höhe von 1360 bis 5100 Milliarden US-Dollar aus. Für das folgende Jahrzehnt waren es 1490 bis 7180 Milliarden US-Dollar.

Das Geld müsse aus einem weiten Spektrum an Finanzquellen von Politik und Wirtschaft kommen. Laut IPCC werden die Kosten für die Erneuerbaren Energien jedoch nicht höher sein als ein Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes.
[…]
Derzeit würden die künftigen Gewinne der Erneuerbaren Energien oftmals zu wenig in die Kalkulationen einbezogen. Zudem würden die «Nebenkosten» der fossilen Energien wie Erderwärmung und Gesundheitsschäden zu gering angesetzt.

1 Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes?
Diese Kosten muss uns eine nachhaltige Energieversorgung einfach Wert sein!

Japan erhöht Strahlengrenzwert für Kinder

Donnerstag, 21. April 2011 at 13:01 Uhr

Quelle: spiegel.de

Tokio – Im Umgang mit den Folgen der Fukushima-Katastrophe greift das japanische Erziehungsministerium zu drastischen Methoden: Die Behörde hat die maximale Strahlendosis, der Kinder in Schule und Kindergarten ausgesetzt sein dürfen, auf 3,8 Mikrosievert pro Stunde festgesetzt. Nach SPIEGEL-Informationen kann sich dies auf das Jahr hochgerechnet bei acht Stunden Aufenthalt pro Tag im Freien auf rund 20 Millisievert aufsummieren – die Höchstdosis für einen deutschen Atomkraftwerksmitarbeiter.

„Das ist viel zu viel“, sagt Shaun Burnie, der als unabhängiger Experte für Greenpeace arbeitet. „Kinder sind doch viel strahlenempfindlicher als Erwachsene.“ Edmund Lengfelder vom Otto Hug Strahleninstitut ist empört: „Man nimmt damit ganz bewusst zusätzliche Krebsfälle in Kauf. Durch den Grenzwert ist die Regierung juristisch aus dem Schneider – moralisch aber nicht.“

Obwohl 20 Millisievert pro Jahr im unteren Ermessensbereich der Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission für Strahlenunfälle lägen, sagt Peter Jacob, Leiter des Instituts für Strahlenschutz am Helmholtz Zentrum München, sei dies das erste Mal, dass er wirklich ein Problem mit einer Maßnahme der japanischen Regierung habe: „Bei der hohen Strahlensensitivität von Kindern sollte man einen Wert von 20 Millisievert möglichst vermeiden.“

So kann man das natürlich auch machen: Strahlengrenzwert erhöhen, Problem gelöst!
Vermutlich lässt sich mit dieser „Massnahme“ auch die Sperrzone um das Fukushima-Atomgelände wieder merklich verkleinern.

Und dann ist ja alles wieder gut…

Das Drama der Experten

Freitag, 8. April 2011 at 18:04 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

[…]
Ende 2008 noch sagte Michael Prasser, ETH-Professor für Atomphysik: «Unser Wissensstand ist heute nahezu perfekt.» Und: «Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gebiet radioaktiv verseucht wird, liegt bei einem Ereignis alle Milliarden Jahre.»Das gelte nicht nur für moderne Reaktoren, sondern auch für die alten, denn diese würden nachgerüstet. «Ein Kernkraftwerk ist eine Art lebendiger Organismus, dessen Sicherheit ständig optimiert wird.»Zwei Jahre (von einer Milliarde) später gerieten gleich vier Reaktoren in Fukushima ausser Kontrolle.Was sagt Prasser dazu? Er gesteht: «Die ersten Explosionen haben mich wirklich von der Piste geschossen.» Aber schon am Tag darauf, als die ersten Wasserwerfer auffuhren, habe die Hoffnung wieder überwogen.

So ist das nun mal mit statistischen Vorhersagen, ein Ereignis kann dreimal hintereinander eintreten oder eben auch gar nicht in einer Milliarden Jahre.

[…]
Sein Fazit? «Wenn in Fukushima der neueste Stand der Technik zum Einsatz gekommen wäre, hätte es die Katastrophe nie gegeben.» Und: Die Japaner hätten die Tsunamis der Vergangenheit falsch ausgewertet. Kann man Professor Prasser, einem Experten, trauen? Auch, wenn man weiss, dass sein Lehrstuhl von der Atomlobby finanziert wird?

Wenn, wenn, wenn…
Nicht das „Wenn“ sondern das „Warum“ ist meiner Meinung nach die richtige Frage.
In einem Erdbeben gefährdeten Gebiet, direkt am Meer ein AKW zu bauen, ohne ausreichenden Schutz gegen ein solches Ereignis, wirft schon Fragen auf. Ein Erdbeben der Stärke 9.0 und eine daraus resultierende Flutwelle von 23 Meter ist ganz klar ein realistisches Szenario, welches man schon im Vorfeld kennen konnte.

Offensichtlich gab es keinen Bedarf für Anpassungen an solch ein Risiko. Vielleicht konnte man die Risiken nicht abschätzen, oder man wollte nötige Massnahmen nicht umsetzen, da sonst die Wirtschaftlichkeit der AKW’s nicht mehr gegeben wäre.
In jedem Fall wurde das Risiko falsch eingeschätzt, was sich bei einem Unfall wie Fukushima zeigt, als Fatal erweist. Die Aussage, das beim neusten Stand der Technik solch eine Katastrophe nie eingetreten wäre, ist eine Behauptung, denn der Faktor Mensch und das Restrisiko lässt sich halt nicht ausschliessen, nur unwahrscheinlicher machen, Darum nennt man es auch „Restrisiko“.

Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir mit diesem Restrisiko leben wollen und bereit sind die Konsequenzen zu tragen, die sich daraus ableiten.

Ich wünsche mir eine offene und transparente Diskussion über Atomstrom in der Öffentlichkeit. Dazu gehören alle Kosten und alle Implikationen dieser Technologie auf den Prüfstand. Auf der anderen Seite legen wir erneuerbare Energien, dessen Potential, die Kosten und ihre Implikationen in die Waagschale.

Dann lassen wir das Volk entscheiden!

Oskar Freysinger und die EU-Flagge

Freitag, 18. Februar 2011 at 21:29 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Am Sitz der EU-Botschaft in Bern soll auch in Zukunft die Europa-Flagge wehen dürfen. Der Bundesrat lehnt eine Motion von SVP-Nationalrat Oskar Freysinger ab, der ein Verbot der EU-Flagge forderte.

Einfach nur peinlich Herr Freysinger!