Leuenberger: Strom wird bald knapp

Friday, 5. September 2008 at 12:15 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch
Die Märchenstunde geht weiter. Reflexartig zucken Menschen zusammen, wenn sie Dinge wie: “knapp”, “geht aus” und “teuer” hören. Dabei ist es doch so einfach: Ein bis zwei neue AKW’s hinstellen und alles könnte wieder gut werden, ja, warum sind dann all die anderen doofen Menschen gegen neue AKW’s? Wollen die etwa, das uns der Strom ausgeht und so über Nacht – schliesslich sehen wir ja dann nicht mehr – der Islam zur neuen Staatsreligion erklärt wird?

Was da immer wieder über AKW’s berichtet wird, ist doch alles gar nicht so schlimm. Ok, das Abfallproblem ist nicht gelöst, aber das hat ja unsere Generation eh nicht mehr zu kümmern. Ja, der Wirkungsgrad eines Atomkraftwerkes mag ja nur etwa 30% betragen, aber hey, Photovoltaik Anlagen haben auch nur eine Energieausbeute von 16%. AKW’s sind zudem CO2 neutral, ok, beim Abbau von Uran entstehen auch CO2 Emissionen, aber wo gehobelt wird, da fallen halt auch mal Späne. Gut, Uran ist eine endliche Ressource aber was werden die “Ich-will-Solarstrom” grünen Nasen machen, wenn die Sonne eines Tages nicht mehr aufgeht? Häh? Den Strom mit Kerzen erzeugen? Und immer dieses Argument: Atomstrom ist gefährlich! Es kommt auch niemand auf die Idee, die Sonne zu verbieten nur weil diese auch Hautkrebs verursachen kann. Also sollte man auch keine Atomkraftwerke verbieten, nur weil es 1986 mal ein Unglück gab, heute ist ja alles viel, viel sicherer.

Schon mal überlegt was passieren wird wenn alle Häuser nach Minergie-Standard isoliert sind? Oder wenn alle elektrischen Geräte auf niedrigsten Verbrauch getrimmt wurden? Dann wird weniger Strom gebraucht und dies kostet im Endeffekt irgendwann mal Arbeitsplätze. Natürlich würden durch die regenerativen Energieformen auch neue Arbeitsplätze entstehen, aber warum etwas Neues machen, wenn es das Alte genau so tut? Immer dieser Aktionismus, wir sollten endlich wegkommen von dem Anspruch immer wieder Veränderungen durchlaufen zu müssen. Tradition ist schliesslich auch eine gute Sache, jaja, aber daran denken wieder mal die wenigsten.

Dieser Beitrag wurde sorgfältig auf etwaige ironische oder zynische Bemerkungen hin untersucht und bereinigt. Im Einzelfall können noch Fragmente davon vorhanden sein, welche aber keinen Einfluss auf den Beitrag im Ganzen haben dürfte.

«Peak oil» – die grosse Herausforderung

Thursday, 7. August 2008 at 11:04 Uhr

Quelle: NZZ.ch

Nur gewisse Interessenvertreter beharren auf der Behauptung, die Erdölproduktion werde weltweit in ein Plateau einmünden. Allerdings reift auch in diesen Kreisen die Einsicht, dass der PO bald erreicht sein wird. So hat in einem Interview Christophe de Margerie, der CEO des französischen Konzerns Total, kürzlich die Ansicht geäussert, dass die weltweite Erdölproduktion bald ihr Maximum erreichen wird und die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann. Er äussert sich auch über die Chefs der anderen Ölgesellschaften, indem er sagt: «Wir denken alle dasselbe, es ist nur eine Frage, ob man es auch zu sagen wagt.»

Wie kann man bei einer endlichen Ressource nur davon ausgehen, dass diese unendlich sei?
Lösungen dazu gibt es, nur der Mensch scheint sich selbst noch im Wege zu stehen…

Wie Silvia Schmassmann in einem Kommentar auf NZZ.ch treffend bemerkt hat:

Auf Peak Oil folgt Peak Uran
Wer glaubt, die Atomkraft sei mittelfristig Teil der Lösung, wird genau so erwachen, wie jene, die weiter mit billigem Erdöl rechnen. Die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften (jene, die die meisten Forschungsgelder der Schweiz bewilligen), geht von bekannten Reserven für 50 Jahre AKTUELLER VERBRAUCH. Wenn nun aber doppelt so viele AKWs gebaut werden, wie heute, dann sind es noch 25 Jahre – weniger als die Betriebszeit eines AKWs. Entsprechend ist der Bau eines AKWs nur ein unnötiger Umweg zur Energieversorgung der Zukunft und hinterlässt noch einen Haufen strahlenden Müll, birgt ein unnötiges Risiko und blockiert erst noch Milliarden, die anderswo besser investiert werden!

Dieses Thema ist ja auch wieder in der Schweiz sehr aktuell und dürfte ab dem Herbst für heisse und verstrahlte Köpfe sorgen.

Tödliche Gier

Friday, 4. July 2008 at 22:50 Uhr

Quelle: heise.de

Die Herstellung von Treibstoffen aus Pflanzen hat die weltweiten Preise für Lebensmittel um bis zu 75 Prozent ansteigen lassen. Das ist das Ergebnis eines bislang unveröffentlichten vertraulichen Berichts der Weltbank.

Weltweit werden etwa 3-5% der Anbauflächen für Treibstoffe aus Pflanzen zur Verfügung gestellt. Über den Sinn, die ethischen und moralischen Bedenken Lebensmittel zu verbrennen, will ich nicht näher eingehen, aber diese Preissteigerung lässt sich alleine dadurch für mich nicht plausibel erklären. Da es auf der ganzen Welt genug Lebensmittel gibt kann der Preisanstieg auch nicht durch eine generelle Verknappung erklärt werden. Wir vernichten schliesslich jedes Jahr zig Tonnen Lebensmittel nur um den Preis auf einem gewissen Niveau halten zu können, oder exportieren diese Güter hoch subventioniert in Länder, die zu diesem Preis nicht mal produzieren können und zerstören damit die lokalen Agrar Betriebe. Wie dieser lange Spiegel Beitrag und WSWS.org aufzeigt, gibt es eine andere Komponente die für die hohen Lebensmittel Preise verantwortlich ist. Die Spekulation.

Auf den Computerbildschirmen der Wall-Street-Strategen nämlich sieht die Story anders aus. Rohstoffe sind da die erste große Wachstumsindustrie des 21. Jahrhunderts. Riesige Summen strömen in den Handel mit Nahrung und Energie. Bislang überschaubare Märkte, die jahrzehntelang nach denselben Gesetzen funktionierten, werden nun von Finanzinvestoren gestürmt.

Noch Ende 2003 investierten sie bloß 13 Milliarden Dollar in dieses Geschäft. Im März 2008 waren es schon 260 Milliarden – plus 1900 Prozent.

Rund hundert Millionen Dollar täglich flossen voriges Jahr in die Rohstoffmärkte. Gegen Jahresanfang wurde der Fluss dann zum reißenden Strom: Tag für Tag drängt über eine Milliarde Dollar in den Markt.

Hedgefonds, Banken, Pensionskassen, Investmentfonds – und damit auch Millionen Kleinanleger: Sie alle
machen mit. Erst steckten sie ihr Geld in Internet-Firmen, dann in Immobilien, und jetzt sind die Landwirtschaft und Energiemärkte an der Reihe.

Natürlich haben eine erhöhte Nachfrage der Schwellenländer und die Verfeuerung von Bio-Kraftstoffe einen Einfluss auf den Lebensmittel Preis. Mir scheint aber die “Spekulative” Komponente bei dieser Sache stärker zu gewichten.

Hinweise auf merkwürdiges Verhalten häufen sich quer durch die Rohstoffbörsen. Beispiel Baumwolle: Binnen zwei Wochen stieg Ende Februar der Future-Preis um 50 Prozent. Dabei konnten die Farmer bis heute die Hälfte ihrer Ernte vom Vorjahr nicht verkaufen. Die Lager in den USA sind so voll wie zuletzt 1966. Eigentlich alle Zeichen stehen auf Preisverfall.
[…]
Weil die Aktienmärkte nicht mehr so gut laufen, setzen auch viele Banken auf Rohstoffe. Ethische Bedenken stehen in der Regel nicht in ihren Werbeprospekten. Es ist dort auch nicht vermerkt, dass die Privatanleger für ihren Einsatz an anderer Stelle bezahlen, etwa beim Tanken oder in der Bäckerei. Und kaum ein Banker spricht davon, dass mit den lukrativen Fondskursen auch die Lebensmittelpreise in Burkina Faso steigen.

Der Wahnsinn mit dem Biotreibstoff muss aufhören, die Klimabilanz mag ja besser sein als beim verbrennen von Öl. Eine Lösung für unser Energieproblem ist diese Art von Energiegewinnung aber nicht, da nicht genug Anbaufläche zur Verfügung steht um den weltweiten Bedarf adäquat abzudecken.
Lebensmittel Spekulationen müssen ebenfalls eingedämmt, notfalls soweit erschwert werden, damit solche Situationen nicht mehr eintreten können.

20 Rappen mehr für ein Kilo Reis zu bezahlen bringt uns vielleicht keine schlaflose Nachte ein. In Ländern mit einem Tageseinkommen von zwei Dollar oder darunter, kann dies über hungern oder verhungern entscheiden.

Radio 1, die neue Versuchung

Monday, 21. January 2008 at 14:16 Uhr

Aufmerksamen Leser dieses Blogs dürfte nicht entgangen sein, dass seit Jahren mein Radio Konsum durch die Spartensender im Internet abgedeckt wird. Die Radiosender welche heute im UKW Frequenzband angesiedelt sind, spielen alle etwa das gleiche traurige Lied der Eintönigkeit. Topen kann man das Ganze noch weiter, bis zum Kollaps der Schallmuschel des Zuhörers, durch die Wiederholung der grauen Substanz, auch Heavy-Rotation genannt. Das Problem ist nicht die Art der Musik welche gespielt wird, denn diese ist Geschmacksache und über diese möchte ich mich hier nicht auslassen. Nein, das Fehlen von alternativer Musik als die, die gerade in den Top 30 läuft und das Fehlen von Spartensender im UKW Band, ist ein Armutszeugnis der schweizerischen Radiolandschaft.

Nun hat einer das Wehklagen der Ü30 Generation gehört und eilt uns in der Form eines neuen Radios zur Hilfe. Roger Schawinski, der Radiopirat, Protagonist und Begründer des ersten Privatradio Radio 24 im Jahre 1979. Sein neuster Streich hört auf den Namen Radio 1 und läuft seit ein paar Tagen im Testbetrieb auf 93.0 MHz.

Jeden Tag wenn ich zur Arbeit hin und zurück fahre, höre ich nun diesen Sender im Auto und bin erfreut über die Vielfalt der Tracks welche gespielt werden, zwar noch ab Band und ohne Moderation, dies wird sich aber so in zwei Monaten ändern, sollte das BAKOM die definitive Frequenzen verteilt haben.

Ich bin mal gespannt was wir von Radio 1 noch alles so erwarten können. Klassische Musik am Sonntag Morgen? Chillout zwischen 00:00 und 03:00 Uhr?

Fabian – Gib mir die Welt plus 5 Prozent

Saturday, 5. January 2008 at 16:16 Uhr

YouTube Video: Warum überall Geld fehlt

Fabian – der Protagonist dieses Märchen – steht im Mittelpunkt dieses aufklärenden, hübsch gemachten 50 minütigen Films über das Geld und unser Zinssystem in dem wir alle gefangen sind. (Piga, danke für den Link!)

Es ist natürlich nicht der erste Film der das Zins-Problem dieser Gesellschaft aufzeigt aber dieser wirklich gut gemachte Film sollte an den Schulen vorgeführt werden um die jungen Menschen über den Wahnsinn der “Geldvermehrung aus dem Nichts” aufmerksam zu machen.

Das wir fürs Ausleihen von Geld Zinsen zahlen müssen ist schon ein starkes Stück, der Zinseszins ist aber eine bodenlose Frechheit und zeigt im Endeffekt auf, das unser Zinssystem niemals dauerhaft und nachhaltig funktionieren kann.

Ich kann das Buch Geld ohne Zinsen und Inflation von Margrit Kennedy empfehlen, welches auch Online oder als PDF gelesen werden kann.

Ein weiteres Buch: Die natürliche Wirtschaftsordnung von Silvio Gsell.
(Anmerkung: Die Robinsonade im Kapitel 5 ist ein Muss!)
Robinsonade als Manga

Und zum Schluss noch das Buch von Helmut Creutz – Geldsyndrom als PDF

Links:
www.neueimpulse.org
www.geldreform.de
www.geldcrash.de
Umlaufgesichertes Geld (Freigeld)
Wie funktioniert Geld? (YouTube Video)

In eigener Sache
Als ich im Jahre 2000 eine Menge Geld an der Börse verloren hatte, wollte ich verstehen warum dies geschehen konnte. Zu dieser Zeit platzte die “Dot Com” Blase und Unsummen von Geld wurde auf einen Schlag vernichtet. Das an der Börse spekuliert wurde und das die meisten Entscheidungen dort psychologischer Natur waren, war mir schon klar. Ich konnte aber nicht verstehen, warum durch das Horten von Geld sich dieses automatisch vermehren konnte obwohl kein reeller Gegenwert dafür vorhanden war.
Mein erstes Buch welches ich in die Finger bekam war “Geld ohne Zinsen und Inflation” von Margrit Kennedy und da fing ich an zu verstehen was an dem System nicht funktionieren konnte. Ich lass Dinge wie: “94 Prozent des Geldes welches sich um Umlauf befindet, ist nicht durch entsprechende Güter gedeckt”. Dies zeigte mir sehr schnell auf, dass nur durch eine regelmässige Vernichtung der Güter (z.B. Krieg) das System des immer wiederkehrenden, exponentiellen Wachstum neu initialisiert und am Leben erhalten werden kann. Unsere Ressourcen sind endlich aber die Geldvermehrung (siehe Josefpfennig) folgt nicht diesem Gesetz.

Big Brother is watching you!

Thursday, 3. January 2008 at 16:42 Uhr

Quelle: golem.de
Die Schweiz ist leider auch auf einem unrühmlichen Platz und nur Länder wie China, Russland und die USA schneiden noch viel schlechter ab.

Unter privacyinternational.org lässt sich der ganze Wahnsinn nachlesen. Das beste sind aber die Erfolge der unbemannten Drohnen welche jagt auf die bösen, kiffenden Terroristen in den Wäldern rund um Luzern machen.

Unmanned Aerial Vehicles

The Swiss Air Force started operating Unmanned Aerial Vehicles (Drohnen) of the type “ADS 95 Ranger.” They are produced in Switzerland by the company RUAG in Emmen LU, in collaboration with Israeli companies. On January 6, 2004, on a test flight, a military UAV observed a civil car driving into a forest near Lucerne. The operators informed the local police patrol, who amended the car passengers for smoking marijuana.[80] According to a media report, the Swiss Air Force is operating one to four UAV test flights every day. The images of the cameras are registered and stored for up to six months.

Hier eine Zusammenstellung der Datenschutz-Sünden der Schweiz:
bigbrotherawards.ch
humanrights.ch

Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, ist zurecht ein Sklave.
– Sokrates –

Lernen dank Sponsoren

Saturday, 4. August 2007 at 1:10 Uhr

Wie in 10vor10 des Schweizer Fernsehen berichtet wurde, haben initiative Berufsschullehrer ein Staats- und Wirtschaftskundebuch herausgegeben, das von Unternehmen gesponsert wurde. Zunächst fand es in der Schweiz gute Verbreitung, doch jetzt kommen immer mehr Zweifel auf. Wie stark haben die Sponsoren in ihrem Sinn auf den Inhalt der Lehrkapitel eingewirkt?

Das neue Transplantationsgesetz

Wednesday, 18. July 2007 at 15:31 Uhr

Seit dem 1. Juli 2007 hat die Schweiz einen einheitlichen gesetzlichen Rahmen für die Transplantationsmedizin. Das neue Bundesgesetz über die Transplantation von Organen, Geweben und Zellen (Transplantationsgesetz) ist in Kraft getreten.