Kinderspital Zürich stoppt Beschneidungen

Freitag, 20. Juli 2012 at 0:41 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

[…] Das Recht des Kindes auf Unversehrtheit war nach dessen Ansicht stärker zu gewichten als das Erziehungsrecht sowie die Religionsfreiheit der Eltern. In Deutschland entbrannte darauf eine breite öffentliche Diskussion zum Thema Religionsfreiheit. Jüdische und muslimische Organisationen sehen sich in ihren Rechten massiv eingeschränkt. Pinchas Goldschmidt, Präsident der Konferenz Europäischer Rabbiner, bezeichnete das Urteil als schwersten Angriff auf jüdisches Leben seit dem Holocaust.

Herr Goldschmidt verkennt hier, dass es bei diesem Urteil nicht um das jüdische Leben geht, sondern um die Kinder, welche offensichtlich vor der Ausübung religiöser Riten der Eltern geschützt werden müssen. Ein erwachsener Mann darf sich gerne beschneiden lassen, denn dies ist seine eigene Entscheidung. Einen religiösen Anspruch – ja sogar ein Recht auf Beschneidung bei Jungen einzufordern finde ich ziemlich verstörend, zumal Religionsfreiheit sich nur auf die eigene Person bezieht und kein religiöser Rechtsanspruch gegenüber Dritten geltend gemacht werden kann.

Ein Koran in jedem deutschen Haushalt

Montag, 9. April 2012 at 15:24 Uhr

Quelle: welt.de

Ibrahim Abou Nagie wirkt nicht gerade wie der Inbegriff eines islamistischen Hasspredigers. Der Kölner Geschäftsmann mit palästinensischen Wurzeln ist meist westlich gekleidet, mit Hemd oder Poloshirt, darüber ein helles Sakko. Der Bart des 47-Jährigen ist gestutzt, wenn er predigt, spricht er leise und bedächtig.

Alles in allem ist Ibrahim Abou Nagie kein Islamist von der Optik eines Pierre Vogel. Und dennoch stuft ihn der Verfassungsschutz als einen gefährlichen Mann ein. Der gebürtige Palästinenser gilt als einer der einflussreichsten Prediger des Salafismus, jener radikalen Islam-Strömung die als Sprungbrett in den islamistischen Terrorismus gilt. Wer nicht an Allah und seinen Propheten glaubt, landet nach dem Tod direkt in der Hölle, so die Kernbotschaft der salafitischen Prediger.

Derzeit aber ist Ibrahim Abou Nagie weniger nach Predigen zumute. Er hat viel zu tun, denn er hat Großes vor. Abou Nagie will das deutsche Volk vor dem ewigen Höllenfeuer retten. Alle Nicht-Muslime des Landes sollen zum Islam konvertieren, zum einzig wahren Glauben an Allah und seinen Propheten. Aus Ungläubigen sollen Glaubensbrüder und Schwestern werden.

Interessanterweise will der umtriebige Ibrahim Abou Nagie auch nur die Seelen vor dem ewigen Höllenfeuer retten, ein Feuer, welches den Christen eigentlich bekannt sein müsste, werden doch Anders- oder Ungläubige im Christentum ebenfalls mit der Hölle bestraft.

Deutsche Sicherheitsbehörden sehen in dem derzeit laufenden Koran-Projekt allerdings weniger einen selbstlosen Einsatz für spirituelle Rettung. „Lies!“ sei viel mehr ein Rekrutierungswerkzeug der Fundamentalisten, heißt es aus Sicherheitskreisen.

Ist es nicht immer ein Rekrutierungswerkzeug? Bei der Bibel haben die meisten gläubigen Menschen einen blinden Fleck wenn es um den Inhalt der Schrift und seinen Kontext geht.

Zwar wird nicht jeder, der einen Koran mit nach Hause nimmt, auch zum Islam konvertieren, und nicht jeder, der konvertiert, wird automatisch Extremist und wünscht sich einen Taliban-Staat mit Scharia-Gesetzen. Doch mit Abou Nagies Koran-Projekt wächst der Nährboden für extremistisches Gedankengut. Die Gefahr derer, die in ihrem religiösen Eifer zu militanten Fanatikern werden, steigt.

Zwar wird nicht jeder, der eine Bibel mit nach Hause nimmt, auch zum Christentum konvertieren, und nicht jeder, der konvertiert, wird automatisch Extremist und wünscht sich einen Gottes-Staat mit Gottes-Gesetzen.

Ginge es nach der katholischen Kirche, so würden wir immer noch im tiefen Mittelalter verharren und ich könnte diese Zeilen hier nicht schreiben, denn man hätte mich schon lange auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Gesellschaft lässt es nicht zu, das ein paar Wahnsinnige über unser Leben bestimmen, die Kirche würde diesen Umstand wieder ändern, hätte sie nur die Macht und die Gelegenheit dazu. Das die Kirche heute eher einen Schmuse-Kurs fährt ist der Aufklärung zu verdanken und der Trennung zwischen Staat und Religion.

Ob der Plan der Salafisten – einen Gottesstaat aufbauen zu wollen – aufgeht, lässt sich mit der folgenden Frage an die Gesellschaft beantworten:

Könnte die katholische Kirche bei uns heute einen Gottesstaat aufbauen?

Kirchensteuer für Firmen soll abgeschafft werden

Montag, 19. März 2012 at 21:09 Uhr

Die Jungfreisinnigen wollen Firmen von der Kirchensteuer befreien und sofort ist bei den Gläubigen der Teufel los.

Es werden Argumente ins Felde geführt, dass ohne die Firmen-Kirchensteuer, 100 Millionen Franken fehlen würden, was einen Abbau der sozialen Diensten bei den Kirchen zur Folge hätte. Das der Steuerzahler in diesem Fall für den fehlenden Betrag aufkommen müsste, scheint dann nur noch die logische Konsequenz zu sein.

Von der Kirchensteuern wird sowieso nur ein kleiner Prozentsatz überhaupt für Wohltätige Zwecke verwendet, Schätzungen gehen von 5 – 20 Prozent des Betrages aus welche die Kirche dafür einsetzt. Der Rest wird für Löhne und Unterhalt der Liegenschaften verwendet. Geht es primär um einen Solidaritätsbeitrag den eine Firma zahlen sollte, dann muss entweder der Staat das Geld erhalten und gemäss Bürgerauftrag einsetzen, oder mindestens der Verwendungszweck sollte frei Wählbar sein. Eine seriöse gemeinnützige Organisation setzt zudem auch mehr als 20 Prozent ihrer Beiträge für wohltätige Zwecke ein…

Der Verwendungszweck der Kirchensteuer ist bekanntermassen an die theologische Doktrin der Kirche gebunden, ein Mitspracherecht gibt es nicht und widerspricht dem demokratischen und säkularem Grundverständnis in unserer Gesellschaft. Eine Firma ist eine Institution, ein Konstrukt mit der Aufgabe Gewinn zu erwirtschaften, ob einem der Gedanke gefällt oder nicht. Die sozialen Verpflichtungen werden überdies mit den Steuern abgegolten, welche die Firmen dem Staat alljährlich überweisen muss. Zudem können nur Personen einer Religionsgemeinschaft angehören. Eine Firma kann am Sonntag weder am Gottesdienst teilnehmen, noch kann ihr die Beichte abgenommen werden.

Die Kirchen sollen sich das Geld direkt über das Portemonnaie der Gläubigen holen, frei nach dem Gleichheitsgesetz, denn diesen Weg müssen die anderen Religionsgemeinschaften wie: Muslime, Sikhs, Juden, oder die Scientologen auch gehen.

Bild des Tages – The lonely Dinosaur

Samstag, 10. März 2012 at 0:13 Uhr

Link des Tages – Eternal Fight

Samstag, 25. Februar 2012 at 12:38 Uhr

9gag.com
Carl Sagan lässt grüssen…

Freikirchen sehen die Animanca-Steine als Bedrohung

Montag, 30. Januar 2012 at 19:57 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Mit geharnischten Mails und Briefen protestieren aufgebrachte Mitglieder von Freikirchen bei der Migros. So wirft beispielsweise ein Kunde in einem Brief an Claude Hauser, Präsident der Migros-Verwaltung, dem Grossverteiler Entmenschlichung vor. Die Kinder würden in der neuen Sammelaktion «Animanca – entdecke die Tiere in dir» angeleitet, kleine Schamanen zu werden.
[…]
An der Aktion stört sich auch Jesus.ch, eine Internetplattform aus dem freikirchlichen Umfeld. «Mystische Steine, die das Tier und Kräfte in uns wecken? Tönt doch recht esoterisch», heisst es in einem Artikel. Einem Amulett würden magische, energetische Kräfte zugeschrieben, die für Esoteriker als Mittler zwischen höheren Mächten und uns Menschen dienen.

Entmenschlichung? Uii, dass tönt ja ganz schlimm und dies sollten wir den Kindern wirklich nicht zumuten. Lassen wir sie doch lieber den Lehren aus der Bibel lauschen, da gibt es auch gleich viel harmlosere Dinge als gefährliche Tier-Steine und blasphemische Schamanen-Rituale. Anfangen könnte man als Beispiel mit den Vorzügen der sexuellen Enthaltsamkeit – die ist so „menschlich“. Oder die Einstellung gegenüber Homosexuellen, auch ein enorm „menschliches“ Bekenntnis der christlichen Lehre. Möglicherweise sollte zum Anfang die grosse Toleranz gegenüber Andersdenkende und -glaubende bei Kindern vermittelt werden, mit diesem Attribut schmückt sich die christliche Lehre ja auch gerne.

Teufelsaustreibungen, Engel, über das Wasser gehen, Jungfrauengeburt, Auferstehung und Gott sind Dinge die für mich recht esoterisch tönen. Jeder darf sich seine eigne Traumwelt zusammen basteln und soll sie auch ausleben können. Aber erhebt nicht den Anspruch, unbewiesene Dinge als Realität und Gesetz anderen Menschen aufzwingen zu können.

Thomas Hanimann, Sprecher der Schweizerischen Evangelischen Allianz, beurteilt die Sammelaktion gelassener: «Ich bin nicht alarmiert», sagt er. Man könne aber durchaus darüber streiten, wie sinnvoll die Animanca-Aktion sei. Immerhin gebe sie aufmerksamen Eltern die Möglichkeit, mit ihren Kindern über Fragen rund um Esoterik und Aberglauben zu diskutieren. «Da man esoterische Ideen immer missbrauchen kann, verstehe ich Leute, die sich mit der Migros-Aktion schwertun», gibt Hanimann zu bedenken.

Ich möchte diesem Statement noch folgendes in Fett geschrieben, der Vollständigkeit halber, ergänzen:
Immerhin gebe sie aufmerksamen Eltern die Möglichkeit, mit ihren Kindern über Fragen rund um Esoterik, Religion und Aberglauben zu diskutieren. «Da man religiöse und esoterische Ideen immer missbrauchen kann, verstehe ich Leute, die sich mit der Migros-Aktion schwertun», gibt Hanimann zu bedenken.

Zum Glück haben wir einen doch recht gut ausgeprägten säkularisierten Staat. Nicht auszudenken wie es aussehen würde, wenn solche fundamentalistische Gruppierungen in der Schweiz das Sagen hätten.

Das Gesicht der Religion lächelt friedlich solange es seiner Macht beraubt ist.

Die neue Religion: Kopimisten

Donnerstag, 5. Januar 2012 at 23:02 Uhr

Quelle: PCtipp, Golem.de

In Schweden ist eine aus der Filesharing-Bewegung entstandene Glaubensgemeinschaft offiziell als Religion anerkannt worden.
[…]
Als Glaubensgrundsätze gelten unter anderem die Aufforderung «Kopiere und verbreite» und «Alles Wissen für alle». Die Religion wendet sich explizit gegen Antipirateriegesetze und Kopierschutztechniken. Des Weiteren erklärt die Gemeinschaft, deren Priester sich Operateure nennen, das Internet für heilig und den Code zum Gesetz.

Amen, und viel Erfolg kann ich dazu nur sagen 😉

Achtjähriges Mädchen wird zum Symbol gegen jüdischen Fanatismus

Donnerstag, 29. Dezember 2011 at 16:48 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

In Israel haben die Spannungen zwischen orthodoxen und säkularen Juden einen neuen Höhepunkt erreicht. Angefangen hat alles mit einer Attacke gegen das achtjährige Mädchen Naama Margolese.
[…]
Naama Margolese befand sich auf dem Schulweg, als sie plötzlich von mehreren Männern ultraorthodoxer Herkunft angefallen wurde. Sie bespuckten das achtjährige Mädchen und nannten sie eine «Prostituierte», wie die «New York Times» berichtet.
[…]
Grund für die Beschimpfung war die Kleidung von Margolese, die den religiösen Fanatikern zu freizügig erschien.
[…]
Hadassa Margolese zeigt sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP entsetzt: «Es sollte doch möglich sein, dass jemand in einem ärmellosen T-Shirt und Hosen die Strasse entlang gehen kann, ohne dass er dabei schikaniert wird», sagt die Mutter von Naama, die mit ihrer Familie einst von Chicago nach Bei Shamash auswanderte. «Das Einzige, was ich will, ist, dass ich friedlich zur Schule laufen kann», sagt das Mädchen.

Es irritiert mich sehr, dass erwachsene Menschen ein achtjähriges Mädchen als „Prostituierte“ beschimpfen können…

TV-Crews, die über den Vorfall berichten wollten, wurden anschliessend in die Flucht geschlagen. Die weiblichen Reporterinnen bezeichneten die Ultraorthodoxen als «Shiksen», eine jüdische Bezeichnung für Dirne. Soldaten, die eingreifen wollten, wurden als «Nazis» abgetan.

Diese Ultraorthodoxen leben offensichtlich ganz weit weg was wir unter Realität verstehen. Ein wenig Geschichtsunterricht würde diesen Fanatikern auch gut tun. Jemanden als „Nazi“ zu bezeichnen, der Altersmässig schon gar keiner sein kann, ist unterstes Niveau.

Die Haredim genannten ultraorthodoxen Juden griffen bei mehreren Gelegenheiten die Polizei an, als diese in der Hauptstrasse von Beit Shemesh versuchte, Schilder zu entfernen, die zur Trennung der Geschlechter aufforderten. «Wir wollen unsere Stadt und Häuser retten», sagt Dov Lipman, ein 40-jähriger Rabbi und Aktivist, gegenüber der «New York Times». Die selbsternannten «Rettungsaktionen» gipfeln meist in Attacken auf das weibliche Geschlecht. Israelische Medien berichteten zuletzt wiederholt von Attacken auf Frauen. Etwa, dass Frauen sich weigerten, die in manchen Buslinien geltende Geschlechtertrennung einzuhalten und deshalb angegriffen wurden.

Die in den 1980er-Jahren auf Druck der Ultraorthodoxen eingeführte Regelung sieht vor, dass sich Frauen hinten hinsetzen. Frauenrechtlerinnen beobachten mit Sorge, dass die Ultraorthodoxen zunehmend aktiv für die Anwendung der religiösen Geschlechtertrennung eintreten.

Dies ist ein gutes Beispiel dafür was passieren kann, wenn Religion sich im öffentlichen Raum etabliert. Ein paar wenige, verblendete Zeitgenossen projizieren ihr Weltbild auf die Allgemeinheit und versuchen dies mit Gewalt durchzudrücken. Das ein Staat sich erpressen lässt und elementare Menschenrechte auf Forderungen von Fundamentalisten über ein religiöses Diktat aushebeln lässt, finde ich eine gefährliche Sache.

So wird die Abtreibungsinitiative schmackhaft gemacht

Mittwoch, 6. Juli 2011 at 19:35 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Der Nationalrat Peter Föhn wollte eigentlich nur den Leistungskatalog der Krankenkassen säubern. Es war Sommer 2009 und der nächste Prämienschock kündigte sich an. In einer Motion verlangte er, Leistungen wie Abtreibungen oder Schönheitsoperationen aus dem Pflichtkatalog zu streichen.

Doch dann klopften verschiedene Institutionen beim Schwyzer SVP-Politiker an, die sich seit der 2002 vom Volk genehmigten Fristenlösung schwer tun mit Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs in den ersten zwölf Wochen, und sie regten eine Volksinitiative an. So entstand die Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache».
[…]
Die Initiative habe wenig Chancen, sagen befragte Experten. Insbesondere mit ethischen oder religiösen Argumenten hole man nicht viele Wähler ab. «Es gibt heute keine Mehrheit für eine restriktivere Regelung der Abtreibung», sagt Politologe Daniel Kübler. Bessere Chancen haben die Initianten, wenn sie ganz auf das finanzielle Argument setzen. «Das finanzielle Argument zählt sicher mehr als das moralische», sagt Dorothea Lüddeckens, Religionswissenschaftlerin an der Universität Zürich.

Religiös motivierte Initiativen haben in einer säkularisierten Gesellschaft nichts verloren.
Ich kenne da auch noch Leistungen die man aus dem Pflichtkatalog der Grundversicherung streichen könnte und die nach der Logik von Herrn Peter Föhn auch unter „Privatsache“ fallen müssten:

– Krebsvorsorge und -behandlung bei Rauchern
– Lebertransplantation bei Alkoholikern
– Notoperation nach selbst verschuldetem Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit
– Beinbruch nach Skiunfall
– …

Als ob eine Abtreibung ein lustiger Event wäre die eine Frau als Kick sucht, um den grauen Alltag hinter sich zu lassen. Um wirklich bei den Gesundheitsausgaben sparen zu wollen, sollten wir erst die grossen Kostenpositionen ins Auge fassen und angehen. Medikamentenpreise wären doch mal ein Anfang… oder ist dies eines Sommerlochs nicht würdig Herr Föhn?

Und ewig nervt das Kirchengeläut

Donnerstag, 26. Mai 2011 at 11:25 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Die Glockenschläge um 6 Uhr morgens in Bubikon haben bereits alle Gerichtsinstanzen beschäftigt. Schliesslich befand das Bundesgericht, das Geläut sei rechtens. Das Gericht hielt in seinem Entscheid von 1999 zwar fest, dass 60 Dezibel – am Ohr gemessen – die Aufwach-Schwelle sei. Doch dem widerspricht nun eine Studie der ETH Zürich und der Empa, wie die NZZ von heute schreibt.

In einer Feldstudie bei 27 Versuchspersonen stellte sich heraus, dass der kritische Geräuschpegel wesentlich tiefer liegt. Die Anwohner von neun Kirchen im Kanton Zürich zeigten bei weniger lautem Geläut bereits Aufwach-Reaktionen. Ein eigentlicher Schwellenwert konnte jedoch nicht ermittelt werden, da die Personen unterschiedlich sensibel reagierten.

Der Sinn eines viertelstündlichen Glockenschlag – auch Nachts – entzieht sich mir. Bei nächtlichem Flugverbot, genereller Nachtruhe ab 22 Uhr und der Tatsache, dass in einem Haushalt heute mindestens ein Zeitmesser steht, erscheint mir dieser „Lärm“ als überflüssig.

Streit um Kirchengeläut in Gossau vor Europäischem Gerichtshof