Jeder zweite Schweizer ist zu dick

Quelle: tagesanzeiger.ch

53 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist zu dick. Dies belegen neue Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), welche die «SonntagsZeitung» heute publiziert hat. Den Daten zufolge haben 58 Prozent der Frauen und 48 Prozent der Männer einen zu grossen Bauchumfang. Die Messung des Bauchumfangs dient dem BAG als Indikator für das Risiko für Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Er sei zuverlässiger als der Body-Mass-Index, der gemeinhin als Gradmesser für Übergewicht gilt. Denn das Risiko für die Krankheiten steige mit jedem Zentimeter Bauumfang.

Es gab viel weniger Menschen, welche als „Dick“ galten, als noch mittels Body-Mass-Index gemessen wurde. Schnell die Kriterien anpassen und plötzlich sind gleich mehr Menschen übergewichtig!

Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass bestimmte Interessengruppen diese neue Bewertungsgrundlage forciert haben könnten. Immerhin lässt sich im Gesundheitssektor sehr viel Geld verdienen und wenn plötzlich über 50(!) Prozent der Schweizer Bevölkerung als zu dick gelten, dann stecken da wirtschaftliche Gründe dahinter.

Die Pharmaindustrie wird bestimmt bald neue Medikamente für die geplagten Dicken bereitstellen. Für die andere Hälfte der Bevölkerung gibt es natürlich auch etwas in Tablettenform. Zwar sind diese Menschen gemäss Definition heute noch nicht dick, aber möglicherweise schon leicht oder mittel übergewichtig und sollten daher präventiv vorsorgen.

Den Bauchumfang als alleinige Grundlage für die Definition von „Dick“ heranzuziehen, scheint mir sehr willkürlich und berücksichtigt weder die Körpergrösse, das aktuelle Alter, die Ernährung und andere Lebensumstände.

3 thoughts on “Jeder zweite Schweizer ist zu dick

  1. Ich finde, dass du das ganze ein bisschen zu schwarz malst. Ich glaube schon, dass wir ein Problem mit der Ernährung und mangelnden Bewegung der Schweizer haben. Auch der BMI ist meiner Ansicht nach ein schlechter Indikator für dick oder nicht dick. Und das hinter einer Schlagzeile automatisch ein Industriekomplott stecken soll find ich naiv.

    Wo ich Handlungsbedarf sehe ist in der Aufklärung. Viele Leute wissen nicht, was sie essen und in welchen Mengen sie es essen sollten/könnten.
    Wenn ich nicht weiss, was ich zu mir nehme und was es bedeutet wenn ich mich mit dieser Nahrung zu wenig bewege, dann kann ich auch nicht wissen was die Konsequenzen sind. Das Essen minus Bewegung = Idealgewicht. Und diese Formel funktioniert auch wenn ich mich nicht bewege, denn dann esse ich einfach anders.

  2. Hi Dirk

    Nun, möglicherweise steckt bei diesem Fall keine Absicht dahinter mehr Menschen für dick zu erklären, möglicherweise aber schon. Das ein solches Vorgehen System hat ist unbestritten und die Pharmaindustrie bedient sich solcher Methoden, was eigentlich ganz logisch ist: Denn sie müssen Geld verdienen.
    Gute Doku von Arte zu diesem Thema: Krankheiten nach Mass

    Das durch die neue Berechnungsgrundlage plötzlich mehr Menschen als dick gelten, sollte uns schon ein wenig hellhörig machen. Immerhin reden wir hier von mehr als die Hälfte der Bevölkerung die ab sofort zu dick sind. Nehmen wir mal an: Ein Mann mit einer Grösse von 166 cm hat einen Bauchumfang von 94 cm. Er ist also gemäss Definition zu dick. Ein anderer Mann, Grösse 189 cm hat auch einem Bauchumfang von 94 cm. dieser ist nach der neuen Methode auch zu dick. Ziemlich willkürlich das Ganze. Zudem gibt es Menschen mit unterschiedlicher Körperstatur, was eine einzelne Messzone, welche nur am Bauch durchgeführt wird, ins Absurde führt. Die Berechnung des BMI ist bestimmt nicht das Mass aller Dinge, aber ein guter Richtwert. In der neuen Bewertung fehlen elementare Dinge wie Alter und die Körpergrösse, dadurch werden viel mehr Menschen für dick erklärt, obwohl sie es nicht sind.

    Ich gebe dir recht was die Sensibilisierung zu Thema Ernährung angeht. Viele Menschen wissen in der Tat nicht was gesunde Nahrungsmittel sind. Hier trägt auch die Werbung eine grosse Verantwortung, wenn sie Produkte als Gesund anpreisen z.B. Kinder Milchschnitte (Milch, Honig) und diese eigentlich wahre Kalorienbomben sind.

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