Donnerwetter bei Zürich Tourismus

Quelle: tagesanzeiger.ch

Marlis Ackermann, seit Anfang Jahr Direktorin von Zürich Tourismus, baut die Organisation radikal um. Von der Öffentlichkeit unbemerkt, haben sieben von acht langjährigen Geschäftsleitungsmitgliedern Zürich Tourismus verlassen – aus eigenen Stücken, aber auch unfreiwillig. Langjährige Kadermitarbeiter wurden von heute auf morgen fallen gelassen. Ackermann gab ihnen gerade noch ein paar Stunden Zeit, ihr Pult zu räumen. Darunter ist auch die Leiterin Freizeittourismus, die rund zehn Jahre für die Organisation arbeitete. Sie hatte ihre neue Chefin erst wenige Male zu Gesicht bekommen, als sie von dieser ins Büro zitiert wurde. Ackermann eröffnete der Touristikfachfrau, dass ihr Profil nicht mehr in die neue Organisation passe. An den Qualifikationen kann es nicht gelegen haben – die waren gut. Auch den Leiter des Kongressbüros traf der Bannstrahl der neuen Chefin.

Ackermann, die zurzeit in den Ferien weilt, begründet den Exodus schriftlich: Die Abgänge hätten sich nach einer Analyse der Fähigkeiten ergeben. «Daraus resultierten einige Änderungen, um die Organisation zu vereinfachen und die Wirksamkeit zu erhöhen.»
[…]
Offenbar sind wegen der Veränderungen wichtige Aufgaben im Alltagsgeschäft liegen geblieben: Kürzlich besuchte eine Gruppe einflussreicher asiatischer Journalisten die Schweiz und wollte auf ihrer Reise auch die Stadt Zürich kennen lernen. Zürich Tourismus hätte die Gruppe empfangen und herumführen sollen. Doch alle entsprechenden Anfragen im Vorfeld blieben unbeantwortet liegen. Am Ende musste eine Mitarbeiterin von Schweiz Tourismus notfallmässig einspringen und die Journalisten durch die Limmatstadt führen.

Nun ja, ich attestiere Frau Ackermann mal die Fähigkeit zu Wissen was sie tut. Wenn es nicht klappt, kann sie immer noch sagen, dass man dies so an der HSG lehrt 🙂

Offensichtlich funktioniert die neue Organisation von Zürich Tourismus noch nicht wie gewünscht. Die vielen Kündigungen und Abgänge haben scheinbar ein grosser Know-How Verlust nach sich gezogen. Ich finde zudem das sich eine Führungsperson während einer solchen Reorganisation keine Ferien nehmen soll, alleine schon wegen der Unsicherheit der Mitarbeitenden und einem möglichen Motivationsverlust, der bei solch einer Reorganisation entstehen kann. Möglicherweise lässt sich die ganze Aktion auch nur als „Profilierung einer neuen Führungskraft“ umschreiben, zu häufig hat man diese Erfahrung schon gemacht…

Und wenn wir schon bei Zürich Tourismus sind:

Ich gehöre zu denen, die das neue Logo und den Slogan als nicht gelungen betrachtet. Zu gerne erinnere ich mich an Zeiten, mit Slogans wie: „Little Big City“ oder „Downtown Switzerland“. Das neue Logo macht für mich einen billigen Eindruck. Die unterschiedlichen Schrifttypen, der Mix mit der Klein- und Grossschreibung, sowie der goldene Swissness-Knopf passt überhaupt nicht zusammen. Die beiden lang gezogenen Kreise sind für mich aber das wirkliche No-Go, denn dies sieht für mich nach einer „Ich-mach-das-rasch-mit-Powerpoint-während-der-Mittagspause“ – Aktion aus!

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