Aufreger des Tages – Economiesuisse

Montag, 6. Juni 2011 at 22:28 Uhr

Economiesuisse

Der Wirtschaftsdachverband zieht alle Register, um den AKW-Ausstieg zu verhindern. Im Parlament schüttelt man den Kopf. Das Geld könnte besser eingesetzt werden, heisst es.
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«Bei den Wirtschaftsverbänden haben einige Funktionäre immer noch nicht begriffen, dass der Zug abgefahren ist», sagt BDP-Präsident Hans Grunder gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Der Zug des Berner Politikers heisst AKW-Ausstieg. Noch letzte Woche hetzte er von Treffen zu Treffen. All die grossen Wirtschaftsverbände wollten nochmals mit ihm reden. Mit Gerold Bührer vom Dachverband Economiesuisse und Hans Hess von Swissmem habe er gesprochen, um nur zwei zu nennen. Aber: «Ich habe ihnen klargemacht, dass wir standhaft bleiben.»

Dass jetzt nochmals in einer grossangelegten Kampagne in den Zeitungen gegen den Ausstieg angekämpft wird, kann Grunder nicht verstehen. «Ein grosser Teil der Wirtschaft hat doch jetzt signalisiert, dass man mitmacht beim Umstieg auf erneuerbare Energiequellen. Er wird als Chance gesehen.»

Offensichtlich sieht Economiesuisse nicht die Chance der Enegiewende die sich für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz bietet. Was mich ein wenig irritiert ist das Verharren von Economiesuisse in alten und starren Denkmustern, was ich für einen Verband, der die Schweizer Wirtschaft repräsentieren will äusserst eigenartig finde. Die Mentalität von Economiesuisse erinnert ein wenig an die Anpassungsfähigkeit der Dinosaurier an eine sich wandelnde Umwelt, mit dem Resultat, dass dieser Verband bei diesem weiteren Vorgehen irgendwann in der Bedeutungslosigkeit versinkt – wenn nicht vorher Gerold Bührer als Präsident zurücktreten muss.

Zum Glück gibt es da noch den relativ neuen Verband: Swisscleantech. Dieser hat die Zeichen der Zeit erkannt und dürfte in den kommenden Jahren dank den ökologischen, wie ökonomischen Herausforderungen, denen wir uns im 21. Jahrhundert stellen müssen, stark an Bedeutung gewinnen.