Und ewig nervt das Kirchengeläut

Donnerstag, 26. Mai 2011 at 11:25 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Die Glockenschläge um 6 Uhr morgens in Bubikon haben bereits alle Gerichtsinstanzen beschäftigt. Schliesslich befand das Bundesgericht, das Geläut sei rechtens. Das Gericht hielt in seinem Entscheid von 1999 zwar fest, dass 60 Dezibel – am Ohr gemessen – die Aufwach-Schwelle sei. Doch dem widerspricht nun eine Studie der ETH Zürich und der Empa, wie die NZZ von heute schreibt.

In einer Feldstudie bei 27 Versuchspersonen stellte sich heraus, dass der kritische Geräuschpegel wesentlich tiefer liegt. Die Anwohner von neun Kirchen im Kanton Zürich zeigten bei weniger lautem Geläut bereits Aufwach-Reaktionen. Ein eigentlicher Schwellenwert konnte jedoch nicht ermittelt werden, da die Personen unterschiedlich sensibel reagierten.

Der Sinn eines viertelstündlichen Glockenschlag – auch Nachts – entzieht sich mir. Bei nächtlichem Flugverbot, genereller Nachtruhe ab 22 Uhr und der Tatsache, dass in einem Haushalt heute mindestens ein Zeitmesser steht, erscheint mir dieser „Lärm“ als überflüssig.

Streit um Kirchengeläut in Gossau vor Europäischem Gerichtshof