Und noch eine soziale und liberale Partei – SLB

Samstag, 23. April 2011 at 12:29 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Der CVP laufen nicht nur die Wähler davon. Jetzt wird ihr auch noch die Bezeichnung als liberal-soziale Partei streitig gemacht. Denn heute wird in Aarau die Sozial-Liberale Bewegung der Schweiz gegründet (SLB). Hinter der neuen politischen Gruppierung steht unter anderem der Aargauer Grossrat Samuel Schmid. Er ist evangelischer Pfarrer, leitet das Hilfswerk Freundesdienst und gehörte bis vor einem Jahr der EDU an.

«Ich verliess die Partei, weil sie mir zu wenig sozial und zu AKW-freundlich war», sagt der SLB-Mitgründer.
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Die SLB will vor allem in der politischen Mitte Stimmen holen. Dazu bietet sie einen Mix aus linken, liberalen und streng wertkonservativen Anliegen. So ist die SLB gegen die Atomenergie und gegen überrissene Managerlöhne. Sie befürwortet die bilateralen Verträge, setzt auf Eigenverantwortung und kämpft gegen die staatliche Bürokratie. Gleichzeitig ist sie gegen Abtreibung und Sterbehilfe, wie Schmid sagt. «Wir wollen aber nicht über Personen urteilen, die aus einer Notlage heraus handeln. Jeder Fall muss einzeln angeschaut werden», so der Theologe.

Das die SLB das Wort: „liberal“ in ihrem Namen trägt finde ich mutig, zumal diese strikt gegen Abtreibung und Sterbehilfe ist. Was die SLB meint wenn sie sagt, dass sie nicht über andere Personen urteilen will die sich in einer Notlage befinden, erschliesst sich mir nicht ganz. Eine Abtreibung geschieht immer aus einer Notlage heraus, alles andere impliziert sonst, dass es Frauen gibt die Freude an einer Abtreibung haben und diese bewusst suchen. Zudem finde ich es vermessen das die SLB entscheiden kann zu wissen, ob eine Notlage vorliegt die eine Abtreibung gerechtfertigt.

Das es Menschen gibt die nach langer oder qualvoller Krankheit das selbst bestimmte Sterben suchen, zeigt auch hier die Notlage dieser Personen auf. Hier braucht es keine neue Partei, die ihnen die religiösen Konsequenzen eines Freitods vor Augen führen und sich anmassen zu wissen, was richtig und falsch ist.

Mir scheint so als wird hier versucht eine erzkonservative Doktrin in ein Mäntelchen aus sozialem und liberalem Gedankengut zu kleiden, damit sich die „Bewegung“ besser verkaufen lässt.