Japan erhöht Strahlengrenzwert für Kinder

Donnerstag, 21. April 2011 at 13:01 Uhr

Quelle: spiegel.de

Tokio – Im Umgang mit den Folgen der Fukushima-Katastrophe greift das japanische Erziehungsministerium zu drastischen Methoden: Die Behörde hat die maximale Strahlendosis, der Kinder in Schule und Kindergarten ausgesetzt sein dürfen, auf 3,8 Mikrosievert pro Stunde festgesetzt. Nach SPIEGEL-Informationen kann sich dies auf das Jahr hochgerechnet bei acht Stunden Aufenthalt pro Tag im Freien auf rund 20 Millisievert aufsummieren – die Höchstdosis für einen deutschen Atomkraftwerksmitarbeiter.

„Das ist viel zu viel“, sagt Shaun Burnie, der als unabhängiger Experte für Greenpeace arbeitet. „Kinder sind doch viel strahlenempfindlicher als Erwachsene.“ Edmund Lengfelder vom Otto Hug Strahleninstitut ist empört: „Man nimmt damit ganz bewusst zusätzliche Krebsfälle in Kauf. Durch den Grenzwert ist die Regierung juristisch aus dem Schneider – moralisch aber nicht.“

Obwohl 20 Millisievert pro Jahr im unteren Ermessensbereich der Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission für Strahlenunfälle lägen, sagt Peter Jacob, Leiter des Instituts für Strahlenschutz am Helmholtz Zentrum München, sei dies das erste Mal, dass er wirklich ein Problem mit einer Maßnahme der japanischen Regierung habe: „Bei der hohen Strahlensensitivität von Kindern sollte man einen Wert von 20 Millisievert möglichst vermeiden.“

So kann man das natürlich auch machen: Strahlengrenzwert erhöhen, Problem gelöst!
Vermutlich lässt sich mit dieser „Massnahme“ auch die Sperrzone um das Fukushima-Atomgelände wieder merklich verkleinern.

Und dann ist ja alles wieder gut…