«Für Freikirchler können Freikirchler nicht pädophil sein»

Quelle: tagesanzeiger.ch

Sektenexperte Georg Otto Schmid hofft, dass der Kinderschänderfall in der Freikirchenszene ein heilsamer Schock ist.

Herr Schmid, die christliche Krippe Purzelbaum hat offenbar nicht allzu genau hingeschaut, als sie einen Kleinkindererzieher angestellt hat, der der evangelikalen Freikirche ICF angehört. Muss man davon ausgehen, dass man sich bereits gekannt hat?
Das ist gut möglich. Die Freikirchen empfinden sich als zusammengehörig. Die Biografie von Freikirchlern beinhaltet in der Regel mehrere Stationen, die theologischen Unterschiede sind nicht mehr relevant. Die Szene ist sehr gut vernetzt, man hält zusammen und grenzt sich gegen aussen ab.
[…]
Für sie sind schon liberalere Reformierte Ungläubige, die in der Hölle schmoren werden. Das Problem ist der Umkehrschluss: Viele Evangelikale können sich nicht vorstellen, dass Leute ihres Glaubens massivst sündigen können. Für Freikirchler können Freikirchler nicht pädophil sein. Ein ICFler ist für ein Mitglied der Christlichen Gemeinde Volketswil automatisch rechtgläubig und ein guter Mensch.

Auch ein ICFler ist ein ganz normaler Mensch, der durch seinen zwar Glauben meint er sei anderen Menschen in moralischer Hinsicht überlegen, was aber ein Trugschluss ist.

Moral gab es schon vor dem Christentum und wird es auch noch geben wenn das Christentum nicht mehr existiert. Moral ist zudem kein starres Konstrukt welches sich niemals ändert, sondern spiegelt den Konsens einer Gesellschaft im Zusammenlebens wider.

Dinge, wie das Zusammenleben unter einem Dach zweier unverheirateten Menschen, war im Jahr 1950 höchst unmoralisch. Nur die Ehe gebietet es einem eine solche Wohngemeinschaft zu führen. Das selbe gilt auch beim Recht auf Verhütung, was 40 Jahren nach der Antibabypille immer noch für kontroverse Diskussionen in religiösen Kreisen sorgt. Die Gesellschaft hat sich einem Bedürfnis angepasst und die nötigen Rahmenbedingung erarbeitet oder sogar erkämpft.

Es lässt sich bei allen Menschen und Kulturen so etwas wie eine „Grundmoral“ erkennen. Darunter fallen Dinge wie das töten von anderen Menschen oder die natürliche Hemmschwelle von Pädophilie. Diese Moralwerte sind durch die Evolution entstanden und sind Teil der menschlichen Strategie ums Überleben. Diese Grundeinstellung ist überall auf der Welt vertreten, unabhängig vom Geschlecht, der Rasse und der Religion.

4 thoughts on “«Für Freikirchler können Freikirchler nicht pädophil sein»

  1. Lieber Daniel

    Du solltest den Namen des Herrgott nicht missbrauchen um dein sündiges Leben zu rechtfertigen.
    Gott schenkt Dir seine Liebe und hat uns seinen Sohn gesandt der am Kreuz für UNSERE (JA AUCH FÜR DEINE SÜNDEN) gestorben ist!!!! In der Bibel stehen klar die Weisungen geschrieben die Gott von uns wünscht und die Bibel ist sehr, sehr alt, viel älter als Du, denn die Bibel ist das WORT GOTTES und braucht kein Atheist wie Du einer bist, denn GOTT liebt Dich und vergibt Dir.

    Hitler war ein schlechter Mensch, Stalin war ein schlechter Mensch, beide waren ATHEISTEN!
    Denk zuerst nach, ob dein Herz und deine Seele rein ist, denn Gott bestraft alle die, die dem Teufel verfallen sind. Bist Du wirklich ein moralisch guter Mensch, ich denke nicht! Ich bete für Dich, dass Dir deine Sünden vergeben werden. DU musst aber wirklich bereuen denn Gott kann Dir nur vergeben wenn Du bereust!!

    Die Bibel verbietet Sex mit dem gleichen Geschlecht weil es unnatürlich und krank ist!
    Gott hat einen Plan DU MUSST NUR DIE BIBEL LESEN und Du wirst verstehen!

    Sei doch so gut und unterlasse es den Herrn und sein WORT zu verleugnen, denn ER ist gütig, barmherzig und allmächtig. Du bist nur ein Mensch und kannst seine Macht nur erfahren wenn Du an ihn glaubst.

    Hannah

  2. Ich bin nicht so sicher wie Du, was den letzten Abschnitt Deines Textes betrifft.

    Erstens handelt es sich nicht um Pädophilie, sondern um sexuelle Handlungen mit Kindern im Schutzalter. Dafür braucht keineR pädophil zu sein. Das Wort steht auch nicht im Strafgesetzbuch.
    Zweitens sind Frauen als Täterinnen so ziemlich akzeptiert, wenn sie ihre Schüler oder Stiefsöhne verführen. Und hier handelt es sich um Abhängige. Da werden keine Traumatisierungen festgestellt und keine Nachwirkungen.

    Das müsste eigentlich aufhorchen lassen, dass es immer nur gegen die Männer geht. Eine südafrikanische Studie erhob Daten, die die Beteiligung der Frauen an sexuellen Übergriffen weit höher einschätzte! Sie tun es einfach anders und > sexualpolitisch korrekt.

    Frauen sind schon längst aus der Opferrolle herausgetreten und ins TäterInnen lager übergewechselt, was auch eine logische Folge der Emanzipation ist! Bei Gewalt gegen Schwule, Zwangsheterosexualisierung von nahestehenden Jugendlichen, sind sie aktiv beteiligt, oder durch passives Totschweigen.

    Wenn ich an die Fritzl-Kriminalität erinnern darf, wo die Ehefrau angeblich nichts mitbekommen haben will, obwohl sie ihre Kinder und Kindeskinder im Stich gelassen hat, was nun wirklich traumatisierend ist und sie eine milde Strafe erwarten durfte.

  3. Hi Thommen

    Du hast recht, es gibt auch Personen welche Sex mit Kindern haben und dabei nicht in die Kategorie „Pädophile“ einzustufen sind.
    So eine Person kann gemäss Wikipedia auch aus anderen Motiven Sex mit Kindern haben (Macht, empfindungslos gegenüber Gewalt, Geldgier…), was in den Medien und in der Gesellschaft allgemein als Pädophile wahrgenommen wird.

    Danke für das Feedback

    Gruss,
    Dani

  4. Liebe Hannah

    Vielen Dank für den unpassenden Vergleich zwischen einem Atheisten und den beiden vermutlich schlimmsten Massenmördern des 20. Jahrhundert.
    Gerne mache ich mit Dir ein kleines Gedankenexperiment um zu überprüfen, ob deine Schlussfolgerung tatsächlich gültig sein kann.

    Deine Prämisse:
    Hitler und Stalin waren schlechte Menschen
    Hitler und Stalin waren Atheisten

    Deine Schlussfolgerung:
    Atheisten sind schlechte Menschen

    Neue Prämisse:
    Die Inquisition folterte Menschen
    Die Inquisition wurde von Christen durchgeführt

    Neue Schlussfolgerung:
    Christen foltern andere Menschen

    Hast Du den Fehler bemerkt?

    Hannah, Gott wusste in seiner Allwissenheit schon bevor ich geboren wurde, dass ich die Bibel und seine „Weisungen“ widersprüchlich und falsch finden werde.
    Offensichtlich war dies damals sowie heute kein Problem, denn er lässt mich ja gewähren. Entweder ist es ihm egal oder er erfreut sich sogar daran.

    Ob sich zwei Menschen lieben und welches Geschlecht sie dabei haben ist Gott bekannt, denn er hat die beiden Menschen – laut christlicher Lehre – ja erschaffen.
    Die sexuellen Präferenzen dieser Menschen muss demnach ebenfalls von Gott kommen und ist offensichtlich in allen Facetten erwünscht. Wenn Du aber der Meinung bist, dass Homosexualität eine Krankheit sein muss, so stellt sich die Frage warum Gott diese Menschen mit dieser Krankheit ausgestattet hat. Hat nicht er die Macht dies zu verhindern oder kann er es nicht oder will er nicht? Die Hoffnung das gerade der Glaube an Gott, Homosexualität „heilen“ könnte hat was ironisches.

    Ich finde es nett von Gott das er mir vergibt. Was ich nicht so nett finde ist die Bestrafung mit der er mir droht wenn ich dem Teufel verfallen soll. Ich finde dieses Verhalten höchst bedenklich, denn es deutet einiges auf eine gespaltene Persönlichkeit hin. Ich habe die Bibel gelesen und konnte neben den Widersprüchen keinen Plan Gottes erkennen. Dies liegt vielleicht daran das ich einfach zuerst an Gott glauben muss, mein kritisches Denken dabei ausschalten soll oder das Glossar mit den Erläuterungen zu den unklaren Passagen nicht gefunden habe. Es scheint so als wäre ich in guter Gesellschaft, denn offensichtlich haben auch Christen untereinander Probleme mit der Interpretationen des Bibeltext.

    Ich werde auch in Zukunft Gottes Wort anzweifeln und obwohl ich nur ein Mensch bin, würde ich gerne mal ein direktes Gespräch mit ihm führen, so von Mensch zu Gott bei einem guten Glas Wein…

    Grüsse,
    Dani

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