Supreme Court: „Auch Grimms Märchen sind düster“

Quelle: golem.de

Seit dem 2. November 2010 verhandelt der Supreme Court, das höchste Gericht der USA, über ein Gesetz des Staates Kalifornien, das den Verkauf von extrem gewalthaltigen Computerspielen an Minderjährige einschränken soll. In der mündlichen Verhandlung ging es – nachzulesen in einem 72 Seiten langen Protokoll – vor allem darum, was Gewalt in Spielen von der Gewalt in Filmen, Rapmusik oder Literatur unterscheidet. Richter Antonin Scalia etwa wies darauf hin, dass „einige von Grimms Märchen ziemlich düster sind“, und fragte die Vertreter des Staates Kalifornien: „Möchten Sie die auch verbieten?“ – was klar verneint wurde.

„Düster“ sind auch noch andere Schriften, etwa die Bibel zum Beispiel. Diese müsste eigentlich ebenfalls verboten werden oder zumindest erst ab dem 18. Lebensjahr dem mündigen Bürger zur Verfügung stehen. Zeitgenossen welche nun die Bildhaftigkeit und Interpretationsspielräume der Bibel ins Feld führen, mögen Bedenken, dass die allermeisten Menschen all die Gewalt in Filmen, Computerspielen, der Musik und Literatur auch differenziert interpretieren können.

Amokläufer, betrunkene zur Gewalt neigende Schwachgeister, welche zu Hause am Computer oder Fernseher Gewaltspiele und -sendungen konsumieren, wird es immer geben. Da muss aber zwischen Ursache und Wirkung ganz genau unterschieden werden.

Ein moderater Bibelgläubiger nimmt für sich ja auch in Anspruch, dass er die heilige Schrift differenziert und ausgewogen interpretieren kann. Dieser führt genau so vehement ins Felde, dass wegen ein paar Wahnsinnigen (ebenfalls Schwachgeister) nicht die Bibel verboten werden könne.

Viele Passagen in der Bibel zeigen wahrhaftig ein „düsteres“ Bild und nicht nur der kritische Leser findet verstörende Stellen in dem Buch der Bücher, welche auch mit einer beherzten Interpretation nicht aufzulösen sind.

Aus bibelkritik.ch

Gott ermordete unschuldige Kinder, nur weil sie Ägypter waren (2. Mose 12,12): „Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen (töten) in Ägyptenland unter Mensch und Vieh.“

Wird Gott nicht gehorcht, wird gleich die ganze Stadt vernichtet (Hos 14,1): „Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden.“

Bei der Schlacht um Gibeon half Gott beim Abschlachten persönlich mit (Jos 10,11): „Und als sie (die geschlagenen Feinde) vor Israel flohen den Weg hinab nach Bet-Horon, ließ der Herr große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, dass sie starben. Und von ihnen starben viel mehr durch die Hagelsteine, als die Israeliten mit dem Schwert töteten.“

Weil die Israeliten mit dem Ausrotten nicht nachkamen, ließ der liebe Gott die Sonne stillstehen, damit seine Günstlinge bis tief in die Nacht weitermorden konnten (Jos 10,13): „Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte (…) So blieb die Sonne stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen fast einen ganzen Tag.“

(1. Mose 19,25): „Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte.“

(Sir 10,18): „Gott hat die überheblichen Heiden mit der Wurzel ausgerottet.“

(1 Kor 16,22): „Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht.“

In Gibea randalierte ebenfalls eine Horde Männer vor einem Haus. Um die Meute zu besänftigen bot ihnen der Hausherr seine jungfräuliche Tochter und die Nebenfrau des Gastes an (Ri 19,24): „Die könnt ihr schänden und mit ihnen tun, was euch gefällt“.

Während sich nun die Männer vor dem Haus sexuell amüsierten und die Frauen schließlich schwer verletzt vor der Türschwelle zusammenbrachen, schliefen der Vater und sein Gast drinnen in aller Ruhe. Erst am frühen Morgen entdeckten sie die Opfer, um die sie sich bisanhin nicht gekümmert hatten (Ri 19,27): „Als nun ihr Herr am Morgen aufstand und die Tür des Hauses auftat (…) da lag seine Nebenfrau vor der Tür des Hauses.“

(Eph 5,23): „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau.“

(4. Mose/Num. 31,15-18): „Warum habt ihr alle Frauen leben lassen? (…) So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.“

(Kol 3,22) „Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren!“

(Spr. 11,22): „Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Ring durch die Nase.“

(3. Petr 3,1): „Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen.“ (siehe auch 1. Tim 2,11 / 1.Mose 3,6 oder Kol 3,18 usw.)

(1. Tim 2,12): „Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, (…) sondern sie sei still.“

(Offb 14,7): „Fürchtet Gott!“

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