Missionare verfolgen Ungläubige quer durch Deutschland

Quelle: Spiegel.de

„Wenn ich dir sage, dass Pumuckl existiert, glaubst du mir das dann?“, fragt Möller fordernd.

„Wenn du es mir beweist, dann glaube ich es dir“, entgegnet Bartsch.

Möller: „Siehst du, genau das möchte ich von dir auch. Beweis mir, dass Gott existiert.“

Bartsch: „Beweise, dass er nicht existiert.“

Möller: „Wenn du seine Existenz behauptest, bist du in der Beweispflicht. Und nicht ich.“

Bartsch: „Du nimmst doch manchmal Aspirin, oder? Warum? Du kannst doch nicht sehen, was darin ist.“

Möller: „Es steht aber auf der Packung, was drin ist.“

Bartsch: „Und wieso glaubst du das einfach so, was auf der Packung steht?“

Dies ist genau die Argumentationsbasis der Religiösen: Die eigene Behauptung muss nicht bewiesen werden, denn diese wird durch den eigenen Glauben schon bewiesen.

Zudem ist der Vergleich zwischen Aspirin und Gott nicht richtig, da Aspirin eine nachgewiesene und reproduzierbare Wirksamkeit hat. Das „Vertrauen“ in eine neue Packung Aspirin resultiert in der Erfahrung, dass Aspirin in der Vergangenheit auch schon wirksam war (Alltagsbeweise) und das die Wahrscheinlichkeit einer unwirksamen Packung Aspirin statistisch gesehen extrem gering ist. Zudem fällt eine unwirksame Aspirin Packung beim Verzehr auf und seine fehlende Wirksamkeit lässt sich dann ebenfalls nachweisen.
Herr Bartsch zündet hier eine Nebelkerze an um von der Kernfrage der Beweisbarkeit ablenken zu wollen.

„Die Nichtexistenz – weder die von Pumuckl, noch von Gott – kann nicht bewiesen werden“, sagt Möller. Darum auch die ungelenke Formulierung „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“. Man wolle schließlich wissenschaftlich korrekt sein. „Aber eine ganze Menge Indizien sprechen gegen Gott“, betont er. Der Erzieher ist Sprecher der Atheisten – und so eloquent wie ein Prediger.

Zudem hat Herr Bartsch offensichtlich nicht verstanden, dass eine unbewiesene Behauptung durch das Hinzufügen weiterer unbewiesenen Attribute nicht wahrscheinlicher, sonder unwahrscheinlicher in seiner Gesamtheit wird.

Am Beispiel Gott
Gott existiert – unbewiesene Tatsache
Gott ist allmächtig – unbewiesene Tatsache
Gott ist allwissend – unbewiesene Tatsache
Gott ist allgütig – unbewiesene Tatsache


Gott liebt dich – unbewiesene Tatsache
Gott duldet keine anderen Götter neben sich – unbewiesene Tatsache
Gott hat die Welt erschaffen – unbewiesene Tatsache

Das Christentum hat hier das Problem, dass alle diese Eigenschaften auf Gott zutreffen müssen und das die Wahrscheinlichkeit eines solchen Wesens in seiner Gesamtheit faktisch unwahrscheinlich ist. Würde Gott nämlich einfach nur unbewiesen „existieren“, ohne weitere unbewiesener Attribute, so wäre Gott in seiner „Existenz“ um ein vielfaches Wahrscheinlicher.

Die Machtfrage der Kirche hätte sich bei einem „nur existierenden“ Gott zudem erübrigt.

1 thought on “Missionare verfolgen Ungläubige quer durch Deutschland

  1. salut…
    es ist immer wieder eine Freude weitere religionskritische Stimmen zu entdecken! Vielleicht erreichen wir es in ferner ferner Zukunft auch die Schweiz in einen laizistischen Staat umzuwandeln.
    Schmunzeln musste ich über den Ausdruck „unbewiesene Tatsache“… hier wäre wohl „unbewiesener Sachverhalt“ oder einfach „Behauptung“/ „These“ die korrekte Bezeichnung. „Gott existiert“ ist doch keine Tatsache… ob bewiesen oder nicht :-).

    gruss raskalnikow

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