Schwulenhetze im Kantonsrat führt zu Eclat

Quelle: tagesanzeiger.ch

Landwirt Michael Welz (Oberembrach), Sprecher der religiös-konservativen EDU, baute in seiner Fraktionserklärung alle Vorurteile gegen Schwule ein. Homosexualität sei nicht gottgewollt und «mit vielen gesundheitlichen Risiken behaftet». Wenn mit der Euro-Pride 09 in den nächsten Wochen schwul-lesbische Festivitäten unterstützt würden, sei das ein Propagandafeldzug «zur Beeinflussung unserer Jugend und Gesellschaft».

Wie Weltfremd muss man eigentlich sein um solchen Blödsinn erzählen zu können?

Aha, gestern hetero, heute homo und das alles wegen der Euro-Pride 09? Soll ich meine sexuelle Ausrichtung also wechseln, so wie ein Mobilfunkvertrag oder die Krankenkasse? Ich muss mir das schon durch den Kopf gehen lassen… Bin ich überhaupt noch „In“ wenn ich nicht homosexuell bin? Zudem fühle ich mich doch ziemlich stark beeinflusst in der Wahl meiner sexuellen Ausrichtung, all diese Propaganda um mich herum, was soll ich nur machen?

«Gott schenke Befreiung aus der Homosexualität», rief er vor konsternierten Zuhörern in den Saal.

Befreiung muss gewollt sein, sonst ist es ein Aufzwingen.

Nun meldete sich EDU-Fraktionspräsident Stefan Dollenmeier (Rüti) zu Wort. Gleich wie Alkohol und Nikotin sei auch die schwule Lebensform gesundheitsgefährdend. Die Raten für Suizid, Depressionen und Aids seien bei Schwulen nachweislich höher.

Dem EDU-Fraktionspräsident Stefan Dollenmeier ist der Unterschied zwischen Ursache und Wirkung wohl nicht ganz geläufig, sonst würde er erkennen, dass Minderheiten häufig gegen Vorurteile, Anfeindungen oder sogar Ausschluss ankämpfen müssen. Wollt ihr wirklich diesen Personen helfen, dann lasst sie einfach in ruhe ihr Leben leben.

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