Volksinitiative – Kreationisten wollen die Schöpfungslehre an Schweizer Schulen durchsetzen

Quelle: Beobachter.ch, 20Minuten.ch

ProGenesis will eine Volksinitiative lancieren welche künftig die christliche Schöpfungslehre im Schulunterricht zulässt. Da die Weltanschauung der Kreationisten durch keine wissenschaftlichen Beweise bestätigt werden (müssen), hat dieser Stoff definitiv nichts im regulären Schulunterricht zu suchen.

Der Versuch der Kreationisten die Schöpfungslehre zu beweisen wird fehlschlagen. Denn für ihre Haupt-Prämisse: „Es gibt einen Gott“, sind keinerlei Beweise vorhanden, zudem ist diese Prämisse für sie unverrückbar, Gott gegeben wenn man so will und steht auch nicht zur Diskussion einer möglichen Überprüfung bereit. Die Tatsache, dass dieser Gott in der Bibel erwähnt und seine Schöpfung darin beschrieben werden, ist keinen Beweis für seine Existenz sondern lediglich zirkuläre Logik. Die Existenz des Kapitän Ahab aus dem Buch „Moby Dick“ wird ja auch nicht angenommen, nur weil der Author Herman Melville ihn so beschrieben hat.

Das die Evolutionstheorie bis heute noch nicht restlos alle Fragen beantworten konnte ist unbestritten, denn dies ist immer noch eine Theorie, wenn auch eine extrem starke. In den letzten Jahren wurden zudem grosse Fortschritte in der Erkenntnis der Epigenetik gemacht, die vielleicht mal restlos den „Missing link“ der Arten schliessen könnte. Grundlegende Mechanismen wie Vererbung, Mutation und natürliche Selektion sind längst bekannt und benötigen für dessen Erklärung keinen „Intelligenten Designer“. Ob jetzt ein Dinosaurier Skelett 65 oder 70 Millionen Jahre alt ist kann mit der C14 [1], [2] Methode herausgefunden werden. Die Behauptung, dass Dinosaurier mit dem Mensch vor 6’000 – 10’000 Jahren auf der Erde zusammengelebt(!) haben sollten, kann genau mit dieser C14 Methode ausgeschlossen werden.

«Wir sind dagegen, dass die Schulen unsere Kinder zu Atheisten erzieht», bestätigt ProGenesis-Präsident Gian Luca Carigiet einen Bericht des «Beobachters». Carigiet kritisiert, dass in den Schulbüchern die Evolutionstheorie als Tatsache dargestellt werde, obwohl dies «wissenschaftlich falsch» sei. Deshalb gehöre auch die Schöpfungslehre auf den Schulplan.

* Erstens kann man nicht zu einem Atheist erzogen werden. Das bedeutet: ich kann niemand dazu zwingen „nicht“ an Gott zu glauben, denn dieser Glaube ist eine rein persönliche Sache und muss auch nicht durch Logik und Beweisbarkeit abgestützt werden. Die Erkenntnis, dass etwas unlogisch und widersprüchlich ist, liegt in der Sache selbst begründet und diese Schlussfolgerung macht jeder für sich selbst. Atheismus ist daher die Verneinung von Gott mit rationellen Mittel.
Ein Viereck kann für einen Gläubigen gleichzeitig ein Kreis sein – weil Gott es sagt.
Ein Viereck kann für einen Atheisten nicht gleichzeitig ein Kreis sein – auch nicht wenn es Gott sagt.

* Zweitens machen die Schulen das einzige richtige wenn sie widersprüchliche und nicht beweisbare Behauptungen nicht lehren. Warum wird nichts über das Star Wars Universum, das Leben des Jedi-Meisters „Joda“ und seine Taten an den Schulen gelehrt? Schliesslich wurden darüber auch Bücher geschrieben und sogar mehrere Filme gedreht.

* Drittens die Evolutionstheorie als „wissenschaftlich falsch“ zu bezeichnen ist „wissenschaftlich kompletter Unsinn“ und aus dem Mund eines Anhänger der kreationistischen Lehre sogar zynisch. Zudem erweckt eine solche Aussage den Anschein, dass der Kreationismus wissenschaftlich auf fundierten Füssen stehen würde.

Die Evolutionstheorie ist die am besten erforschte Theorie über die Entstehung und Entwicklung der Arten. Diese Erkenntnis wurde durch forschen und beobachten in Wissen gefestigt und steht nun Glaubens- und Religionsfrei der gesamten Menschheit zur Verfügung.

1 thought on “Volksinitiative – Kreationisten wollen die Schöpfungslehre an Schweizer Schulen durchsetzen

  1. Hallo Daniel,

    super, dass Du Dich für einen rein naturwissenschaftlichen Ansatz im Biologieunerricht einsetzt; es wäre lächerlich, den Kreationismus als gleichwertige „Theorie“ zu lehren, da jegliche wissenschaftliche Basis fehlt. Trotzdem eine kleine Kritik: Die Radiokarbonmethode kann nicht zur Datierung von Fossilien eingesetzt werden, da Fossilien kein C-14 enthalten. Aus dem von Dir zitierten Wikipedia-Artikel:

    „Die Radiokohlenstoffdatierung (…) ist ein Verfahren zur radiometrischen Datierung von kohlenstoffhaltigen, insbesondere organischen Materialien. Der zeitliche Anwendungsbereich liegt zwischen 300 und etwa 50.000 Jahren.“

    Die Datierungsmethoden zur Ermittlung des Alters von Dinosaurierfossilien nutzen Elemente mit deutlich längerer Halbwertszeit, z. B. die Kalium-Argon-Methode, oder die modernere und genauere Einzelkristall-Laserfusions-Argon-Argon-Datierung. Es gibt aber noch mehr:

    http://de.wikipedia.org/wiki/R....._Datierung

    Es ist wichtig, solche scheinbar unwichtigen Details zu wissen, denn wenn Du in einer Debatte an einen gewieften Kreationisten gerätst, wird er Dir solche Fehler sofort als Lüge auslegen, um Dich unglaubwürdig zu machen. Merk Dir: Kreationisten kämpfen unfair… Sie verdrehen Tatsachen, zitieren bekannte Wissenschaftler falsch aus dem Zusammenhang, behaupten Dinge, ohne sie mit Fakten belegen zu können und kümmern sich nicht um allfällige Widerlegungen ihrer Argumente. Der Grund für dieses Verhalten: Würden sie die Tatsachen akzeptieren, bräche ihr ganzes Glaubenskonstrukt, auf welchem sie ihr Selbstverständnis aufbauen, wie ein Kartenhaus zusammen: Ohne Adam und Eva keine Erbsünde, ohne Erbsünde keine angeborene Schuld und somit in letzter Konsequenz auch kein Bedarf für einen Erlöser. Sie müssten ihr ganzes Leben überdenken, welches sie meistens ganz und gar auf Jesus ausgerichtet haben. Da kämpft ganz viel Verzweiflung mit…

    Gruss,

    Leungchaan

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