Die bigotte Glaubenswelt der Sarah Palin

Quelle: Spiegel.de

Ihren Hang, profane Dinge religiös aufzuladen, hat Sarah Palin mehrfach bewiesen. Den Bau einer 30 Milliarden Dollar teuren Gaspipeline in Alaska nennt sie „Gottes Wille“, den Krieg der USA im Irak eine „von Gott gegebene Aufgabe“. An Schulen will sie neben der Evolutionsbiologie gleichwertig die biblische Schöpfungsgeschichte lehren lassen, und auf Sexualkunde in Schulen will die Gouverneurin von Alaska und Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft am liebsten ganz verzichten.

So denkt Sarah Palin über Umwelt, Abtreibung und Bildung:

Umwelt
Palin hat in mehreren Interviews klargemacht, dass sie die Erderwärmung nicht als Folge menschlichen Handelns ansieht. Hierin unterscheidet sie sich von Kandidat John McCain, der Maßnahmen zum Klimaschutz fordert. Palin befürwortet Ölbohrungen in geschützten Naturgebieten in den arktischen Regionen ihres Heimatstaats Alaska. Unter ihrer Führung hat die dortige Landesregierung Klage gegen den Beschluss der Regierung in Washington eingereicht, den Eisbären auf die Liste der bedrohten Tierarten zu setzen.

Abtreibung
Palin tritt für ein weitreichendes Verbot der Abtreibung ein. Sie will sie nur dann zulassen, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. In ihrem Gouverneurswahlkampf 2006 sagte sie: „Egal, welche Fehler wir als Gesellschaft machen: Wir können es nicht zulassen, das Leben Unschuldiger zu beenden.“ Ihr im April geborenes fünftes Kind, das an dem Down-Syndrom leidet, bezeichnete sie als „Geschenk Gottes“. Obwohl sie die Diagnose schon während der Schwangerschaft kannte, dachte sie nach eigenen Angaben nie an einen Abbruch.

Bildung
Palin hat sich mehrfach klar gegen Sexualkundeunterricht in Schulen ausgesprochen. Sie befürwortet stattdessen Aufrufe zur Enthaltsamkeit bis zur Ehe. Zudem will sie, dass neben der Evolutionstheorie an Schulen gleichwertig die biblische Schöpfungsgeschichte unterrichtet wird. „Man muss beides lehren“, sagte sie in einem Zeitungsinterview. „Eine gesunde Debatte ist wichtig und wertvoll in unseren Schulen.“

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McGraw versucht zu beruhigen. Er sei sich sicher: Palins religiöse Überzeugungen beeinflussten ihre politischen Entscheidungen in Staatsämtern nicht.
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Ja, richtig, warum auch!
Sie wird ihre persönliche Meinung sicherlich zum Wohl der religiösen Neutralität in den Hintergrund stellen. Das funktioniert ja mit dem Abtreibungsverbot schon ganz prima. Auch die Schöpfungsgeschichte hat rein gar keinen religiösen Hintergrund und der Bau einer Gaspipeline wird auch nur so zum Jux als „Gottes Wille“ angesehen.
Vermutlich werden (wieder) viel Wähler diese bigotte Propaganda im November mit einem Kreuzchen auf dem Wahlzettel honorieren.

Wenn sich da McCain nicht mal eine Zeitbombe ins Team geholt hat.

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