Buch: Gottes Güte und die Übel der Welt

Samstag, 15. September 2007 at 15:33 Uhr

Zum zweiten Male habe ich das Buch von Gerhard Streminger: „Gottes Güte und die Übel der Welt“ durchgelesen. Ein Buch, welches die Konsequenz auf das Beharren der Kirche in der Definition von Gott, Stück für Stück aufzeigt. Streminger beschreibt im Buch die Problematik der Theodizee welche der Gott der Christen aufweist. Die drei wichtigsten Haupt-Attribute des christlichen Gottes: allmächtig, allwissend und allgütig sind für die Kirche bis heute unumstösslich miteinander verbunden und zugleich ihr grösstes Dilemma.

Mit formaler Logik wird jedes der drei Attribute demontiert und schlussendlich als ein Faktum der Unmöglichkeit verworfen. Dabei werden auch ausweichende Erklärungen wie: „Der Mensch hat einen freien Willen“, welches die Kirche in diesem Zusammenhang für das Böse im Menschen heranzieht, widerlegt.

Durch Brückenannahmen zeigt Streminger, wie die Kirche verschiedene Umgehungsversuche zur Stärkung der Gültigkeit der christlichen Lehre vornimmt und dabei sich immer mehr in zirkulärer Logik verstrickt.

Vor allem die Prämisse, dass Moral und Ethik direkt im Zusammenhang des christlichen Glaubens stehen, wurde mit wehenden untergehenden Fahnen ad absurdum geführt.

Dabei kommt zum Vorschein, dass die Kirche Logik einsetzt um ihre These zu begründen. Hingegen darf Logik bei der Widerlegung der These nicht angewandt werden, was die Kirche mit Sätze wie: „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ oder „Dies muss bildlich interpretiert werden“, rechtfertigt.

Viele Teile der Bibel werden beleuchtet und im Kontext zu einander gestellt. Die Problematik wie die Bibel eigentlich zu lesen sei konnte nicht beantwortet werden, da eine Anleitung fehlt welche die Regeln verdeutlichen um einen Text als wörtlich oder nur bildlich zu interpretieren.
An vielen Stellen hat es Zitate von Nietzsche, Kant, Schopenhauer und Anderen, welche das Theodizeeproblem beschreiben.

Zum Schluss resümiert der Autor, dass es einen Gott wie ihn die christliche Kirche definiert, so nicht geben kann. Er appelliert an den Verstand und die Vernunft der Menschen, nicht einfach alles ungeprüft hinzu nehmen und bei Indoktrination, zirkulärer Logik und Dogmen, von welcher Seite sie auch kommen mag, erst recht skeptisch zu sein.