Lernen dank Sponsoren

Samstag, 4. August 2007 at 1:10 Uhr

Wie in 10vor10 des Schweizer Fernsehen berichtet wurde, haben initiative Berufsschullehrer ein Staats- und Wirtschaftskundebuch herausgegeben, das von Unternehmen gesponsert wurde. Zunächst fand es in der Schweiz gute Verbreitung, doch jetzt kommen immer mehr Zweifel auf. Wie stark haben die Sponsoren in ihrem Sinn auf den Inhalt der Lehrkapitel eingewirkt?

Bericht RealPlayer(4:57)

Dass das Sponsoring von Lehrmittel höchst Fragwürdig ist und dabei die Neutralität des Sponsors gegenüber dem gesponserten Objekt in Frage stellt, dürfte einleuchtend sein. Vor allem wenn dazu noch Werbung und Meinungen der einzelnen Firmen die Fakten zu unterschreichen versuchen. Die Cyberbank Money-Net.ch weist im Lehrstoff mit folgendem Wortlaut hin: „Es kann witschaftlich unter Umständen durchaus sinnvoll sein, finanzielle Engpässe durch die Aufnahme von Geld zu überbrücken“ Solche Aussagen haben nichts in einem Lehrplan zu suchen, denn Money-Net.ch dürfte auch bekannt sein, dass die Berufsschüler welche sie anspricht, ihre Zielgruppe ist.

Das die Nagra, Entsorger von radioaktiven Abfällen in dem Lehrbuch sogar verschweigen darf, das die Tiefenlagerung und die Standortfrage nach wie vor umstritten ist, entzieht dem Buch jegliche Neutralität.

Swissnuclear nimmt sogar ganz klar Stellung zur Solarenergie und dessen Grenzen in unseren Breitengraden. Das Swissnuclear recht hat steht gar nicht zur Diskussion, sondern Swissnuclear wäre wegen der Neutralität des Lehrbuches in diesem Falle verpflichtet gewesen, ebenfalls die negativen Aspekte der Kernenergie zu erwähnen.