Battleship – Ohne Tiefgang auf Grund gelaufen

Sunday, 15. April 2012 at 13:37 Uhr

Eigentlich hatte ich es schon im Vorfeld befürchtet dass Battleship keinen Oscar gewinnen würde. Aber was dann in 130 Minuten geboten wurde, war unterirdisch.

Die Story ist rasch erzählt: Böse Ausserirdische landen mit leichten Blessuren im Pazifik und wollen mittels Kommunikationssatellit nach Hause telefonieren, um weitere Mitstreiter zu mobilisieren. Ein zufälliger Verbund aus Schiffen der Navy und deren japanischen Verbündeten, welche gerade ein Flottenmanöver abhalten, müssen nun die Welt retten. Soweit nichts aufregendes und wie der Film enden wird war schon nach 25 Minuten absehbar.

Die Dialoge der Schauspieler hatten kein Tiefgang, der Regisseur Peter Berg hätte auch gleich einen Stummfilm daraus machen können. Dafür waren die Special Effects nicht von schlechten Eltern, was aber noch lange keinen guten Film garantiert. Das die Amerikaner die tollsten, besten und intelligentesten sind, wurde dem Zuschauer immer wieder Gebetsmühlenartig vor Augen geführt. Der ganze Film triefte nur so von Patriotismus und Heldentum und Helden werden am laufenden Band produziert. Selbst ein ängstlicher, oder kriegsversehrter Soldat und selbstverständlich auch der älteste 2. Weltkriegsveteran kann es immer noch mit Ausserirdischen aufnehmen, die uns technologisch um Lichtjahre voraus sind. Auch die japanischen Verbündeten haben neben der glanzvollen US-Navy nur so etwas wie eine Statistenrolle.

Es kommt wie es kommen muss. Sinkende Schiffe, Explosionen, lautes Geschrei und viel Feuer und Rauch. Dazwischen mal ein Verzweiflungsakt mit absehbarem Ausgang und ein sehr realistischer “Ich-zeig-euch-jetzt-mal-was-ich-mit-einem-Schlachtschiff-bei-voller-Fahrt-und-einem-Schiffsanker-alles-machen-kann!” Stunt.

Noch vor der Pause wuchsen meine Sympathien für die Ausserirdischen, gefolgt mit der Bitte, alle Schiffe zu versenken, um dem Elend endlich ein Ende zu bereiten.

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Avatar

Monday, 21. December 2009 at 18:22 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Was wurde der Film im Vorfeld schon zerrissen und negativ Bewertet. Angi und ich schauten uns dieses Mammut-Werk von James Cameron am Samstag im Kino an und ich wurde angenehm überrascht.

Bis auf die nervige Musik, die eher an Titanic erinnerte und weniger an ein episches Science Fiction Spektakel, fand ich den Film gelungen und sehr gut umgesetzt. Die Idee die Story mit einem Avatar zu bestreiten mag für den einen oder anderen befremdlich erscheinen, ist aber für Rollenspiel-Fans ein gängiges und vertrautes Konzept. Als Jake Sully (Sam Worthington) das Leben seines Avatars “realer” beschrieb als sein eigenes, da kamen mir meine Zeiten als World of Warcraft Spieler wieder in den Sinn 🙂

Die 160 Minuten Spieldauer sind sicherlich lang, dennoch hätte ich gerne noch etwas mehr über die soziale und gesellschaftliche Strukture der Na’vi’s erfahren. Auch die Gründe für das grosse Unterfangen, “Unoptanium” abbauen zu müssen bleibt der Zuschauer im dunklen. Vielleicht gibt es bald eine (gute) Fortsetzung, ich hoffe es zumindest.

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Inglourious Basterds – Ein Kinoabend mit Sonja

Saturday, 10. October 2009 at 16:29 Uhr

Man mag Quentin Tarantino oder man hasst ihn. Diese Einschätzung dürfte bei seinem neuen Film “Inglourious Basterds” wie die Faust aufs Auge zutreffen. Zart besaitete Gemüter seien gewarnt: Der Film ist brutal und der Zuschauer wird förmlich in einen Strudel der Gewalt mitgerissen.

Auf der anderen Seite gibt es komplexe und lange, ja sehr lange Dialoge, die mit Sarkasmus, Bosheit und Häme durchzogen sind. Christoph Waltz, der die Rolle des Oberst Hans Landa spielte, legte eine Meisterleistung der Schauspielkunst ab. Sein Sadismus und die damit verbundene Schlauheit machten diese Rolle extrem komplex. Auch Til Schweiger der Hugo Stiglitz spielte überzeugte. Vor allem in der Szene in der Taverne wo Hugo Stiglitz über Minuten hinweg Dieter Hellstrom (August Diehl) anstarrte, hatte ich Tränen vor Lachen in den Augen (Die ganze Zeit mit der Marco Polo Karte auf der Stirn). Brad Pitt, der Leutnant Aldo Raine spielte, hatte was leicht versifftes und seine Affinität die Nazis skalpieren zu müssen, gab dem Film erst die nötige Portion Tarantino-Wahnsinn.

Sonja und ich sprachen danach noch lange über den Film und wir sind uns einig, dass die Kameraführung gelungen war und teilweise – im positiven Sinne – von der Norm abwich. Als Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) von den beiden Uniformierten aufgefordert wurde von der Leiter herunter zu kommen und in das Fahrzeug zu steigen, gab es eine interessante Aufnahme der beiden Soldaten im Vordergrund, dazwischen Shosanna Dreyfus mit ihrem Kino und im Hintergrund das kleine Cafe.

Freunde der korrekten Wiedergabe der geschichtlichen Ereignissen werden enttäuscht sein. Tarantino hat sein eigenes Ende konstruiert und zwischendurch bekam man das Gefühl, dass er so etwas wie eine persönliche Vendetta mit Inglourious Basterds schaffen wollte.

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Kinoabend mit Cindy

Saturday, 8. August 2009 at 0:06 Uhr

Bei einem halbleeren, aber heissen Kino, haben Cindy und ich uns den Film Public Enemies angeschaut. Johnny Depp und Christian Bale überzeugten bei diesem Criminal Drama der dreissiger Jahre des letzten Jahrhundert. Was mich persönlich störte war, dass die Charakteren nicht richtig aufgebaut wurden. Dies ist bei einen Film natürlich schwierig, obwohl Public Enemies eine Spieldauer von über 2.5 Stunden hatte.

Das Essen in dem Pizza&Pasta Restaurant im Shopville war hingegen durch und durch excellent, den Caesar Salad mit Poulet war wirklich lecker!

Cindy, danke für den schönen Abend!

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Hancock – The worst superhero movie I’ve ever seen

Sunday, 13. July 2008 at 14:14 Uhr

Samstag 18:45 Uhr…
Kino Abaton am Escher-Wyss Platz Zürich…
Leichter Regen, 20 Grad…
Karin und ich schauen uns den Film Hancock von Peter Berg an.

Die Story ist schnell erzählt: Der Superheld Hancock (Will Smith) mit Identitätskrise richtet mit seinen “Heldentaten” mehr Unheil an als das er nützt. Zudem ist er unfreundlich, hat ein Hygiene Problem und fliegt betrunken in der Gegend herum. Da trifft er den PR Berater Ray Embrey (Jason Bateman), der ihm die Kunst der Höflichkeiten näher bringen soll. Ray Embrey’s Frau, gespielt von Charlize Theron, zeigt ihre Abneigung gegen Hancock ganz offen und unverblümt, der Grund ist übrigens auch die einzige gelungene Überraschung des Films.

Es kommt wie es kommen musste. Als Gesellschaft-Konformer Superheld mit Adler Kostüm wird nun allerlei unternommen um die Bösewichte hinter Schloss und Riegel zu bringen. Der Witz bleibt dabei auf der Strecke, die Sprüche wirken auswendig gelernt und irgenwie fehlt der rote Faden durch den ganzen Film hindurch. Auch der emotionale Teil wurde nicht richtig ausgebaut und es wird mehr schlecht als recht versucht, das Sein und den Werdegang von Hancock mit teils sehr kruden Erklärungen zu erzählen.

Sollte Peter Berg eine Parodie gegen Superhelden im Sinn gehabt haben als er den Film machte, so muss ich sagen, dass dieses Ziel weit verfehlt wurde. Die Effekte und Animationen waren zwar ganz ok, bei den Flugszenen sah man hingegen deutlich, dass diese durch Blue Screen realisiert worden waren.
Die Idee mit einem Antiheld finde ich eigentlich sehr gut, vielleicht wird der nächste Streifen der dieses Thema aufgreift besser.

Die letzten zwei Minuten haben aber den Bogen eindeutig überspannt. Derjenige der die Idee mit dem “Herz im Mond” hatte, gehört geschlagen, mehrmals!

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Die Welle

Saturday, 14. June 2008 at 15:47 Uhr

Gestern Abend haben Karin und ich den Film “Die Welle” im Kino gesehen. Die Umsetzung des Original Movie “The Wave” aus dem Jahr 1981 fand ich gelungen, wenn auch der Schluss nicht ganz so opulent durch das Konterfei des “Führers” ausfiel, wie in der 81′ Fassung.

Spannend war die Rolle des Lehrers welcher das Experiment initiierte. Der Lehrer schien zwischendurch sogar gefallen in seiner Rolle als autoritäre Leitfigur zu haben. Er genoss die Anerkennung “seiner” Schüler und dies stärkte sein Selbstbewusstsein da er von der Lehrerschaft häufig schief angeschaut wurde, weil er den Lehrberuf auf dem Zweitweg erlernte.

Karin und ich können den Film nur weiter empfehlen. Wer schon das Buch gelesen oder “The Wave” gesehen hat, sollte sich diese deutsche Verfilmung trotzdem anschauen, denn die Umsetzung braucht sich nicht vor dem Original zu verstecken.

diewelle

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