Chevrolet Volt – Eine elektrisierende Liebe

Wednesday, 17. June 2015 at 18:46 Uhr

Ursprünglich kaufte ich mir 2013 einen Smart fortwo mhd in der (naiven?) Hoffnung, dass dieser wenig Benzin verbraucht und ich damit so die Umwelt schone. Das die angegebenen Benzin-Verbrauchswerte nur Laborwerte sind war mir bekannt, also rechnete ich zu den angegebenen 4.5 Litern pro 100 Kilometer einfach nochmals 20 Prozent dazu, was dann 5.4 Liter ergibt. Soweit die Theorie.

Ich wurde eines Besseren belehrt: Unglaubliche 7 – 8 Liter schluckt der rote Blech-Süffel, bis zu 50 Prozent mehr als angegeben!
An meinem Fahrstil kann es nicht liegen, denn ich vermeide starke Beschleunigungen und fahre – was mir mal eine Freundin sagte – zudem sehr konservativ 🙂

Im November 2014 schaute ich mir dann den Smart Electric an, welcher eigentlich gut zu meinem Profil gepasst hätte. Leider sind die Strom-Auflademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge momentan noch eher Homöopathisch gesät, was jede längere Fahrt zu einem Nervenkollaps geführt hätte.

Ich wohne in der Stadt Zürich und benutze das Fahrzeug für den Arbeitsweg. Einen Arbeitsweg von insgesamt 15 Kilometer den ich eigentlich auch mit den ÖV bewerkstelligen könnte – aber nicht will. Ich mag am Morgen meine Ruhe und zudem dauert die Fahrzeit mit dem Auto nur 20 Minuten statt den 30-40 Minuten mit den ÖV. Eigentlich bin ich ein umweltbewusster Mensch und lege Wert auf Nachhaltigkeit. In diesem Fall verhalte ich mich aber inkonsequent, I know…

Was also tun? Weiter mit einem schlechten Gewissen den Benziner fahren, die längere Fahrzeit mit den ÖV auf mich nehmen oder sich ein Elektrofahrzeug und eine Flasche Nerven Pillen zulegen?

Ein Hybrid Fahrzeug hatte ich dahin nie in Betracht gezogen, denn die rein elektrische Reichweite von ein paar Kilometern wie z.B. beim Toyota Prius, konnte mich nie richtig überzeugen. Als ich dann aber eher per Zufall auf den Chevrolet Volt und das Schwestermodell Opel Ampera aufmerksam wurde, begann eine heimliche Schwärmerei, die inzwischen zu einer richtigen Liebschaft angewachsen ist.

Eines Vorweg: Ich habe mir am 11.06.2015 einen Chevrolet Volt gekauft!

Das Fahrzeug hat 69’000 Kilometer, ist Jahrgang 2012 und wurde vom Vorbesitzer Marc gehegt und gepflegt.

Bild 1: Chevrolet Volt, Foto Marc B.
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Der Akku hat eine Garantie von 8 Jahren oder 160’000 Kilometer, was eben zuerst eintritt. Apropos Akku: Komplett aufgeladen fährt der Volt, Temperatur und Fahrstil abhängig, zwischen 50 bis 70 Kilometer rein elektrisch. Danach springt ein Benzinmotor an, welcher Strom erzeugt, das Fahrzeug antreibt und den Akku wieder auflädt. Ein Teil der Energie wird durch das Bremsen wieder “rekuperiert” und so in den Akku zurück gespeichert.

Damit ich das Fahrzeug auch elektrisch aufladen kann, musste ich mich erst bei der Hausverwaltung nach einer Auflademöglichkeit informieren. Leider gab es keine bestehende Möglichkeit ein Elektrofahrzeug in der Tiefgarage zu laden. Die Hausverwaltung gab mir aber grünes Licht für eine Installation, wenn ich die Kosten selber trage. Die Firma Elektro Burkhalter hat dann die Strominstallation in der Tiefgarage vorgenommen, was einen Arbeitstag dauerte und 2’600.- Franken kostete. Jetzt habe ich die Möglichkeit den Volt mit bis zu 16 Ampere aufzuladen, was bei leerem Akku etwa 4 Stunden dauert.

Bild 2: Ladestation
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Für meine Bedürfnisse reicht es vollkommen aus den Volt alle zwei Tage über Nacht an die Ladestation bei 6 Ampere anzuschliessen, um am nächsten Morgen mit vollem Akku wieder loszufahren.
Über meinen Stromversorger, die EWZ, beziehe ich zudem Strom aus regenerativen Quellen und fahre damit eigentlich Emmisionsfrei.

Der reine Benzinbetrieb des Chevrolet Volts liegt übrigens bei 6.5 Liter auf 100 Kilometer…
…nur so wegen der Fairness 😉

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