43 Nationalräte wollen Prostitutionsverbot

Sunday, 17. November 2013 at 15:45 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Mit dem Postulat, dass von 43 Nationalräten aller politischer Parteien mitunterzeichnet wurde, soll in der Schweiz eine Diskussion lanciert werden, die auch in anderen europäischen Ländern geführt wird. In Deutschland hat die Feministin Alice Schwarzer kürzlich einen viel beachteten «Appell gegen die Prostitution» lanciert. Es sei die erfolgreichste Kampagne, die sie je initiiert habe, sagt Schwarzer gegenüber der «Schweiz am Sonntag.» Sie findet es grossartig, dass die Schweiz nun auch ein Verbot des käuflichen Sex prüfen will.

Ach Alice, immer die gleiche Leier und doch so verstimmt. Prostitution ist nicht per Definition etwas “schlechtes”, nur die Umstände welche dazu führen, dass Frauen (wie auch Männer) sexuell ausgebeutet werden, müssen unter die Lupe genommen werden. Der Malerberuf wird wegen der möglichen Schwarzarbeit auch nicht in Frage gestellt. Auch wird das Gastrogewerbe nicht verboten, nur weil es unverbesserliche Zeitgenossen gibt, welche ihr Personal ausnutzen. In beiden Beispielen gibt es Rahmenbedingungen welche der Gesetzgeber vorsieht um die Balance zu halten.

In Österreich sind zu Beginn dieses Monats bereits strengere Bestimmungen gegen die Prostitution eingeführt worden. Die Verbotsbefürworter von käuflichem Sex wollen damit vor allem den Menschenhandel bekämpfen. «Prostitution ist keine Dienstleistung. Menschen sind keine Ware», sagt Schwarzer dazu.

Was Frau Schwarzer hier unterschlägt ist die Tatsache, dass der Menschenhandel schon heute verboten ist. Zu glauben, eine Kriminalisierung der Prostituierten und derer Freier würde das Problem des Menschenhandels in irgendeiner Weise lösen, ist weltfremd. Die Ursachen, Sex für Geld anzubieten sind vielschichtig und lassen sich mit Verboten nicht bekämpfen. Die Liste der gescheiterten Verboten ist lang, prominente Beispiele sind die Prohibition und der Kampf gegen die Drogen.

Bei einem Verbot der Prostitution wird sich das “Gewerbe” wieder verstärkt in die Anonymität zurückziehen. Dieser Geschäftszweig wird dabei für einige wenige äusserst lukrativ werden. Ohne Netzwerke und abgedrängt in der Illegalität werden die Leidtragenden jene Menschen sein, welche die 43 Nationalräte ursprünglich schützen wollten.

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