«Für was demonstrieren die?»

Saturday, 17. September 2011 at 11:43 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Lange war die illegale Party auf dem Helvetiaplatz friedlich. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatten sich schätzungsweise 200 zumeist jugendliche Personen dort versammelt, tranken Alkohol, rauchten und tanzten zur Musik, die aus einer mobilen Anlage dröhnte. Einzelne Knallpetarden wurden abgefeuert, einmal ein Auto mit Feuerwerk beworfen. Doch bis um zirka 1 Uhr kam es zu keinen grösseren Zwischenfällen.

Offenbar waren die Organisatoren nicht zufrieden mit dem «Freiraum», den sie stundenlang unbehelligt besetzen konnten. Die Kerngruppe der Party-Demonstranten zog den Wagen mit der Musikanlage unter dem vom Regen geschützten Unterstand hervor Richtung Stauffacher. Auf der Strasse formierten sich etwa 20 Vermummte hinter einem roten Transparent mit der Aufschrift «Saubanner-Zug» und den Logos von «Blick» und «20 Minuten». Die Polizei hielt sich bis dahin zurück. Sie war auf dem Platz nicht sichtbar. In den Seitenstrassen standen jedoch Einheiten für den Einsatz bereit.
[…]
Angezogen von der Musik folgten einige Ausgänger der Demonstration. Einige rechneten wohl damit, dass es «jetzt abgeht», wie ein Teenager zu seinen Kollegen sagte. «Komm, wir werfen Steine», sagte ein anderer und reihte sich in den Tross ein. Zwischenzeitlich skandierte die Menge: «Stoppt die Party-Polizei!» oder grölte im Chor auf italienisch einen Fluch, adressiert an die Polizei.

Nach zwei Uhr bogen die Krawallanten von der Lang- in die Militärstrasse ein und marschierten Richtung Kasernenareal. Vor dem Posten der Kreiswache 4 schritt die Polizei ein. Mit Tränengas, Gummischrot und einem Wasserwerfer drängten sie die Menge zurück und löste die Demonstration in wenigen Minuten auf.

Man treibt das Ganze so lang auf die Spitze bis die Polizei einschreiten muss. Aber natürlich hat die Polizei schon wieder unverhältnismässig reagiert und trägt an allem die Schuld.

Was wollt ihr eigentlich mit diesen Aktionen genau bezwecken? Um kulturelle Freiräume kann es sich dabei offensichtlich nicht handeln, denn dafür muss nicht die Polizei mit Flaschen und Steinen beworfen werden.

Liebe Organisatoren dieser Demo: Teilt ihr die Ziele der Chaoten (Was für Ziele das auch immer sein mögen), oder warum toleriert ihr dieses Vorgehen, nein, verteidigt es sogar noch? Ich empfehle euch die geplante “Demo” am Samstag abzusagen, denn die Botschaft kommt nicht so an wie ihr das erhofft habt, ausser ihr teilt die Botschaft der Chaoten. Arbeitet mit den Behörden und der Polizei zusammen, nutzt die Medien um eure Botschaft zu platzieren und sorgt dafür, dass diese Chaoten-Weichbecher keine Plattform an euren Demos bekommen.
Denn momentan werdet ihr in der Öffentlichkeit mit den Chaoten gleichgesetzt, eine Differenzierung scheint in dieser Konstellation fast nicht möglich sein.

Ist dies von euch so beabsichtigt?

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Kommt Oswald Grübel nun ins grübeln?

Friday, 16. September 2011 at 20:06 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Danke Philipp Löpfe für die gute Erklärung von CDO und ETF’s.

Opps, I did again!
So oder ähnlich könnte man den neusten zwei Milliarden-Verlust von der UBS auch betiteln.
Ein Alleingang von Kweku Adoboli soll der UBS den Schlamassel eingebrockt haben, “um einen sehr professionell gemanagten Betrugsfall”, soll es sich handeln, so UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger.

Nun ja, die Ermittlungen sind erst angelaufen, aber der alleinige Schuldige wird er bestimmt nicht bleiben.
UBS-Chef Oswald Grübel, der sich in der Vergangenheit immer wieder vehement gegen schärfere Regeln beim Investmentbanking ausgesprochen hat, dürfte nun in Erklärungsnot geraten. Da wird auch keine alleinige Schuldzuweisung an Kweku Adoboli etwas daran ändern, die Risiken sind offensichtlich nicht zu kalkulieren und wenn die Trader von den Banken angehalten werden nach dem “Big Risk, Big Money” Motto zu arbeiten, dann machen die das auch.

Drei Jahren nach dem Lehmann Brothers Debakel und der darauf folgenden Banken- und Wirtschaftskrise, muss der Begriff “Lernresistenz” für das Bankenumfeld neu definiert werden. Solch kurze Halbwertzeiten beim Vergessen von guten Vorsätzen ist schon beachtlich.

Ein kleiner Trost mag sicherlich sein, dass die UBS eigenes Geld und nicht Kundengelder im hausinternen Casino verspielt hat. Vor dem Hintergrund der letzten Bankenrettung durch den Steuerzahler ist das wiederum ein sehr, sehr kleiner Trost…

Die nächste Bankenkrise kommt – schneller als es uns lieb ist -, denn das Problem hat System. Vielleicht muss eine UBS erst von uns fallen gelassen werden und Insolvenz anmelden, damit die Lernresistenz ein ende hat.

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Link des Tages – smithsonmartin.com

Thursday, 15. September 2011 at 23:43 Uhr

Emulator Multi Touch Midi Controller By Smithson Martin

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Der Mann mit der Skibrille

Tuesday, 13. September 2011 at 1:51 Uhr

Es gibt in unserer Mitte Menschen die an einer schleichenden Krankheit leiden: Langeweile.
Die Krankheit an sich selbst ist eigentlich harmlos und verschwindet in der Regel auch wieder ganz schnell. Manchmal kann es aber passieren, dass der Krankheitsverlauf mit Komplikationen verbunden ist, dann nämlich, wenn die Krankheit in hemmungsloser Gewalt mündet, dabei entsteht hoher Sachschaden oder es werden Menschen verletzt. So auch am letzten Samstag in der Stadt Zürich, beim Bellevue und Bahnhof Stadelhofen.

Über die genauen Gründe der Gewalt gibt es viele Theorien, die populärsten sind sicherlich die “Wohlstandverwahrlosung”, Killerspiele, Abwesenheit von Respekt gegenüber Autoritätspersonen, die Ausländer, Drogen, Pornographie, Orientierungslosigkeit, Franken-Stärke, Verlust des Gottesglauben, das Internet, Angst vor einem EU-Beitritt, Handy-Strahlung, Hormone im Trinkwasser, Strassenverkehr und Chemtrails.

Ja, Gründe lassen sich wirklich genug aufzählen, es mangelt diesbezüglich wahrlich nicht an kreativen Ideen, ein Markt der irgendwann sicherlich noch von der Pharmaindustrie entdeckt wird. Die Pille gegen Gewalt, Ritalin für Renitente und Autoritätstropfen, gleich in der Familienpackung, auch für Einzelpersonen geeignet.

Aber war da nicht etwas von Widerstand gegen Paragraphen, Regeln und ein Protest gegen mangelnde kulturelle Freiräume in unserer Gesellschaft? Wurden nicht Massen von Menschen mittels SMS-Aufruf dazu mobilisiert, ihren Freiheitswunsch auf dem Bellevue-Platz gegen die Staatsmacht einzufordern? Was lief schief bei diesem Zürcher-Frühling, der Jasmin-Revolution von Zürich?

Der Hauptschuldige schien auf jeden Fall schon gefunden zu sein, er war eigentlich schon von Anfang an schuldig und wird es in den Augen vieler Beteiligten und noch mehr Unbeteiligten Personen immer sein: Die Polizei.
Was haben die Hüter über Gesetz und Ordnung nicht schon alles falsch gemacht, sie sind zur Stelle wenn der Bürger es nicht wünscht, glänzen aber durch Abwesenheit wenn ihre Präsent gewünscht wird. So auch in der fraglichen Nacht am Bellevue-Platz, als lustige Zeitgenossen das Tramhäuschen bestiegen und von der Polizei gebeten wurden, von diesem wieder runter zu steigen. Offensichtlich war das der Funke, welcher die fröhliche Stimmung zum kippen brachte, plötzlich war die Hölle los und das Elend nahm seinen Lauf.

Dieser junge Mann kam gerade vom Skifahren zurück, als er unverschuldet zwischen die Fronten geriet. Wie man ganz gut auf dem Bild sehen kann, versucht er sich nur hinter dem Container von der Polizei in Sicherheit zu bringen.

Bild: tagesanzeiger.ch

Dieser freundliche, aber ein wenig verwirrte Herr sucht sein Fahrrad, auch er ist ein Opfer. Warum er zwei Fahrradsattel in den Händen hält, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Bild: tagesanzeiger.ch

Diese beiden Kapuzen-Gestalten helfen beim Aufräumen nach den Unruhen. Sie wollen nicht erkannt werden, da sie ehrenamtlich unterwegs sind.

Bild: tagesanzeiger.ch

Als sich der Rauch verzogen hat und die Polizei die Lage wieder unter Kontrolle hatte, gab es natürlich Schelte: “Unverhältnismässig!”, “Die Polizei hat provoziert!”, “Skandal!”
Die Polizei zur falschen Zeit am falschen Ort, schon wieder!
Immer will sie die Bürger vor Gefahren schützen und Recht, sowie Ordnung durchsetzen. Das geht doch so nicht!

Gut, es wurde bekannt, dass der SMS-Aufruf als Racheaktion gedacht war: Für einen Polizeieinsatz. Als die Polizei am 16. Juli eine illegale Party unter der Duttweilerbrücke auflöste, wurde diese von friedlichen Partygästen mit Flaschen und Steinen beworfen. Danach kam Pfefferspray und Gummischrot seitens der Polizei zum Einsatz.

Ja, ok… Auf dem Tramhäuschen war die Gefahr gross, dass sich Personen an den Fahrleitungen einen tödlichen elektrischen Schlag hätten holen können. Aber muss die Polizei immer gleich intervenieren und einem den Spass verderben? Bei einem Unfall mit Todesfolge kann der Polizei auch im Nachhinein noch die Schuld für das Nichtstun gegeben werden.

Hmmm… Natürlich ist das Bellevue einer der wichtigsten Verkehrsnotenpunkte der Stadt Zürich. Aber wenn 1000 Personen sich schon die Mühe machen und extra an diese illegale Party erscheinen, dann muss der Verkehr halt warten. Dieser ist sowieso schuld an der Gewalt in unserer Gesellschaft!

Sarah Hunziker, am Samstag wurde zur illegalen Party beim Bellevue aufgerufen – als Racheaktion wegen des harten Durchgreifens der Polizei bei einer Party, an der Sie mitgeholfen haben. Was sagen Sie dazu?

Ich finde die Grundidee einer friedlichen Party am Bellevue gut. Auch kann ich zur Provokation stehen, die durch die Wahl des Ortes bewirkt wurde. Dass es zu Krawallen kam, ist schade. Aber es war allen klar, dass es so enden würde. Nach all den Aktionen der vergangenen Zeit konnte man sich das ja denken.

Liebe Frau Hunziker, sie dachten sich also, dass sich das Ganze so entwickeln würde? Ich habe ein wenig Schwierigkeiten mit dieser Aussage. Mir scheint es so, als wurde mit dieser Aktion bewusst Öl ins Feuer gegossen. Auch ich finde, dass sich Zürich von einer ehemals vielseitigen Party-Stadt in eine eher langweilige, monotone, nur dem schnellen-Geld-hinterher-rennenden-Partyszene entwickelt hat. Wenn Sie tatsächlich was auf die Beine stellen wollen, so sollten Sie den Weg der Kooperation mit den Behörden suchen. Es mag nicht immer einfach sein, viele Interessengruppen leben in einer Stadt wie Zürich, Reglemente und Gesetze gibt es, diese haben aber eine Schutzfunktion für alle Beteiligten. Wenn es Ihnen also ernst ist, in Zürich einen Ort zu schaffen, wo Kultur gelebt werden kann, so lassen Sie es mich wissen.
Aber eines weiss ich mit Sicherheit: Diese Aktion und die Folgen davon war der Partyszene von Zürich nicht dienlich.

Noch ein Wort an die lustigen Trolle mit den schwarzen Gewändern, den Kapuzen und sonstigem Accessoire: Stellt euch mal die Frage, ob ihr nicht lieber eure Anliegen über den politischen Wege kundtun wollt. Die Erfolgsaussichten sich Gehör zu verschaffen steigen ungemein an. In der Zwischenzeit könnt ihr – egal ob linkes oder rechtes Gewaltspektrum – euren Facebook Account überprüfen, ob ihr auch Freunde habt. Denn es mag durchaus sein, dass der Drang sich so in der Öffentlichkeit zu positionieren etwas mit einem Aufmerksamkeitsdefizit zu tun hat.

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Praxisarbeit für den Diplom Lehrgang eingereicht

Sunday, 11. September 2011 at 14:18 Uhr

Noch die letzten Rechtschreibfehler korrigiert, dann ist sie fertig, meine Praxisarbeit zum Thema Cloud-Computing.
Nach vier Monaten intensiver Arbeit bin ich nun am Ziel, darauf wird angestossen!

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Bild des Tages – Facebook vs. Google+

Wednesday, 7. September 2011 at 18:04 Uhr

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Spruch des Tages – Auch eine defekte Uhr…

Friday, 2. September 2011 at 20:05 Uhr

Auch eine defekte Uhr zeigt zwei mal am Tag die richtige Uhrzeit an!
– Unbekannt –

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VPN – Pakistan verbietet sichere Kommunikation

Thursday, 1. September 2011 at 1:15 Uhr

Quelle: golem.de

Pakistan verbietet sichere Kommunikation

Die pakistanischen Behörden haben die Nutzung von VPNs verboten. Sie begründen diese Maßnahme mit dem Kampf gegen den Terrorismus.

Ob sich wohl ein Terrorist an diese Regelung halten wird?

Die pakistanische Regierung verbietet ihren Bürgern, auf sicheren Leitungen im Internet zu surfen: Die Telekommunikationsbehörde Pakistan Telecommunication Authority (PTA) untersagt die Nutzung von abgesicherten Netzen (Virtual Private Network, VPN). Die Provider sollten diese Maßnahme überwachen, berichtet die britische Tageszeitung The Guardian.
[…]
Die Maßnahme kann aber auch als Zensur verstanden werden: Über ein VPN ist es möglich, unüberwacht Daten auszutauschen oder gesperrte Websites zu besuchen. Pakistan gehört zu den Ländern, die das Internet stark überwachen und regulieren.

Mit der Terrorismus-Keule lässt sich halt schon alles argumentativ totschlagen. Solche Massnahmen sind genau so wirkungsvoll wie die Vorratsdatenspeicherung, die 100ml Fläschchen-Regelung beim Fliegen oder mein absoluter Liebling: Internet Stoppschilder

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Doom und Doom II vom Index gestrichen

Thursday, 1. September 2011 at 0:43 Uhr

Quelle: golem.de

Mit Wirkung zum 31. August 2011 hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die 1994 erfolgte Indizierung der Spiele Doom und Doom II aufgehoben. Aus heutiger Sicht seien die Titel nicht mehr jugendgefährdend.

Auf 17 Seiten (PDF) begründet die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ausführlich, warum Doom und Doom II vom Index gestrichen wurden. Der entscheidende Punkt ist die technische Weiterentwicklung von Spielen, in deren Folge die Darstellungen der beiden Shooter-Klassiker heute nicht mehr als realistisch anzusehen sind.

Die BPjM dazu: “Der Spieler wird aufgrund der distanzierend wirkenden Grafik in das Kampfgeschehen nicht mehr emotional involviert. Es verbleibt sowohl auf der visuellen Ebene als auch auf der Tonebene der Eindruck von abstrakten und damit auch überdeutlich als fiktiv und als unrealistisch zu erkennenden Schilderungen. Das spielerische Erleben hinsichtlich der empathischen Beeinflussung der Rezipierenden ist demnach heute anders zu bewerten als noch vor 18 Jahren.”

War nicht die realistische Darstellung von Gewalt der Grund für die Indizierung dieser beiden Titeln?
Ich konnte damals schon den Entscheid einer Indizierung nicht nachvollziehen, eine Freigabe ab 18 Jahren wäre vertretbar gewesen. Die beiden Titel mit dieser Begründung wieder vom Index zu nehmen ist einfach nur lächerlich.

Offensichtlich wurde die Realität inzwischen noch realistischer 🙂

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