Hafenkran reloaded? #2

Thursday, 28. July 2011 at 19:31 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Aus dem Interview mit Stadträtin Ruth Genner

Kritiker sagen, es sei unverhältnismässig, Geld für Kunst auszugeben, wenn man den Angestellten der Stadt die Löhne nicht erhöhen kann. Was sagen Sie dazu?
Man kann immer darüber streiten, ob Kunst im öffentlichen Raum Aufgabe des Staates ist oder nicht. Gleich wie man fragen kann, ob wir gestaltete Plätze oder einfach nur geteerte, trostlose Flächen wollen. Mich fasziniert das Projekt «Zürich transit maritim», weil es sich mit den Ursprüngen Zürichs auseinandersetzt. Da, wo Zürich steht, war einst ein Meer. Spuren davon findet man im Boden. Jetzt können wir uns fragen, was es bedeuten würde, wenn das Meer wieder käme.

Warum kein Sägewerk? An jener Stelle war “früher” auch mal alles mit Wald bedeckt.
Den Versuch, einen Hochsee-Hafenkran mit einem urzeitlichen Meer und der Stadt Zürich in Verbindung zu bringen, finde ich schon ziemlich abenteuerlich – aber irgendwie auch kreativ. Zudem sollte der Hafenkran besser auf dem Uetliberg stehen sollte das Meer je wieder zurückkommen, denn das Wasser wird wahrscheinlich nicht bei 400 Höhenmeter halt machen – auch nicht aus Respekt vor dem Hafenkran.

Welche trostlosen Flächen Frau Genner meint, bleibt für mich unklar, denn ich kenne keine in der Stadt Zürich. Nein, ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass die Stadt Zürich sehr wenig freie Flächen zur Verfügung hat. Möglicherweise ist Sie der Meinung, dass ein Objekt auf einer Fläche die Attraktivität einer freien Fläche am besten wiedergibt 🙂

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Hafenkran reloaded?

Wednesday, 27. July 2011 at 13:44 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Zweimal schon wurden Kredite für den umstrittenen Hafenkran aus dem städtischen Budget gestrichen. Die Medien bezeichneten das Projekt als «politisch erledigt», Politiker betitelten das Werk als «Hafenkäse» und «Gugus-Projektli». Im Jahr 2012 will die Stadt wieder Geld für das Projekt ausgeben. «Wie Mitglieder der zuständigen Kommission bestätigten, ist der Kredit für den Hafenkran im Budget 2012 eingestellt», schreibt die NZZ heute Dienstag. Der Gemeinderat wird im Herbst also aller Voraussicht nach erneut darüber streiten, ob für das Projekt nun Steuergelder aufgewendet werden dürfen oder nicht.

Schon wieder?
Es wird peinlich und die Kommission sollte im Angesicht der diversen und nötigen Sparmassnahmen im Zürcher Haushalt das Quengeln lassen, den Hafenkran immer wieder in das Budget drücken zu wollen.

Wenn die Befürworter des Projektes “zürich-transit-maritim” so von diesem Hochsee-Hafenkran überzeugt sind, dann sollten sie sich das Geld doch in der Privatwirtschaft besorgen. Ich habe aber da stark meine Zweifel, ob die Geldgeber den kulturellen Sinn und den Mehrwert für Zürich erkennen können und sich an der Finanzierung beteiligen.

Diese Art der Geldbeschaffung würde ich zudem als künstlerisch wertvoll ansehen und moralisch unterstützen 🙂

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Preisüberwacher droht dem Bund

Sunday, 24. July 2011 at 20:32 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

«Bis zu einer Milliarde Franken» könnte der Bund im Gesundheitswesen jährlich einsparen, wenn er seinen Empfehlungen folgen würde, sagt Preisüberwacher Stefan Meierhans.

Im Interview mit der «SonntagsZeitung» zeigt er auf, wo die Summe mit dem notwendigen Willen rasch eingespart werden könnte. Allein dank dem Preisvergleich mit dem Ausland gibt man heute 550 Millionen Franken im Jahr weniger für Originalmedikamente aus.

Sparpotenzial in nochmals demselben Umfang ortet er etwa bei der Senkung der umsatzabhängigen Absatzmarge der Apotheker und der Selbstdispensationsärzte. Und mit Festbeträgen der Kassen für Wirkstoffe liesse sich der Generika-Anteil erhöhen, sagt Meierhans. Meierhans verlangt vom zuständigen Innendepartement, nicht bis zum nächsten Prämienschub zu warten, sondern seine Empfehlungen umzusetzen.

Die Pharmaunternehmen stehen einem Preisabschlag der Medikamente kritisch gegenüber. Novartis-CEO Joe Jimenez stellt einen Stellenabbau in Aussicht, sollten die Medikamentenpreise in der Schweiz wegen des starken Frankens gesenkt werden. «Wir wären gezwungen, unsere Kosten in der Schweiz drastisch zu senken. Ohne Stellenabbau ginge das nicht», sagt der Chef des Pharmakonzern im Interview der «SonntagsZeitung».

Bei den derzeitigen Wechselkursen würden die Preise für einzelne Produkte um rund 20 Prozent sinken. Das könne Novartis nicht hinnehmen. «Ich hoffe wirklich, dass den Schweizer Politikern klar ist, dass die Pharmaindustrie die grösste Exportbranche des Landes darstellt, und Preissenkungen im Heimatmarkt nicht unbemerkt bleiben», so der Novartis-Lenker.

Die selbe Leier und die gleichen latenten Drohungen von Stellenabbau und Abwanderung ins Ausland, hörte man auch, als der Schweizer Franken noch nicht die heutige Stärke hatte. Ein Unternehmen wie Novartis kann auch einen Stellenabbau durchführen, ohne den Grund zu haben, die Preise ihrer Medikamenten um 20 Prozent senken zu müssen. Dies wäre schon längst geschehen wenn Novartis in diesem Bereich Einsparungspotential gesehen hätte, denn wie ein Forum Teilnehmer richtig bemerkte: Novartis ist kein Wohltätigkeitsverein.

Für die Einsparung von einer Milliarde Franken könnte die Schweiz ein Jahr lang, 10’000 Personen für je 100’000.- Franken finanzieren, sollten diese einem Stellenabbau seitens Novartis zum Opfer fallen.
Ab dem zweiten Jahr sparen dann die Prämienzahler dieses Geld ein und die ehemaligen, gut ausgebildeten Novartis Mitarbeiter arbeiten dann bei einem anderen Unternehmen.

Dies ist meine Antwort zum Thema Drohungen…

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Norwegen – 22.07.11

Sunday, 24. July 2011 at 16:48 Uhr

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Donnerwetter bei Zürich Tourismus

Thursday, 21. July 2011 at 11:33 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Marlis Ackermann, seit Anfang Jahr Direktorin von Zürich Tourismus, baut die Organisation radikal um. Von der Öffentlichkeit unbemerkt, haben sieben von acht langjährigen Geschäftsleitungsmitgliedern Zürich Tourismus verlassen – aus eigenen Stücken, aber auch unfreiwillig. Langjährige Kadermitarbeiter wurden von heute auf morgen fallen gelassen. Ackermann gab ihnen gerade noch ein paar Stunden Zeit, ihr Pult zu räumen. Darunter ist auch die Leiterin Freizeittourismus, die rund zehn Jahre für die Organisation arbeitete. Sie hatte ihre neue Chefin erst wenige Male zu Gesicht bekommen, als sie von dieser ins Büro zitiert wurde. Ackermann eröffnete der Touristikfachfrau, dass ihr Profil nicht mehr in die neue Organisation passe. An den Qualifikationen kann es nicht gelegen haben – die waren gut. Auch den Leiter des Kongressbüros traf der Bannstrahl der neuen Chefin.

Ackermann, die zurzeit in den Ferien weilt, begründet den Exodus schriftlich: Die Abgänge hätten sich nach einer Analyse der Fähigkeiten ergeben. «Daraus resultierten einige Änderungen, um die Organisation zu vereinfachen und die Wirksamkeit zu erhöhen.»
[…]
Offenbar sind wegen der Veränderungen wichtige Aufgaben im Alltagsgeschäft liegen geblieben: Kürzlich besuchte eine Gruppe einflussreicher asiatischer Journalisten die Schweiz und wollte auf ihrer Reise auch die Stadt Zürich kennen lernen. Zürich Tourismus hätte die Gruppe empfangen und herumführen sollen. Doch alle entsprechenden Anfragen im Vorfeld blieben unbeantwortet liegen. Am Ende musste eine Mitarbeiterin von Schweiz Tourismus notfallmässig einspringen und die Journalisten durch die Limmatstadt führen.

Nun ja, ich attestiere Frau Ackermann mal die Fähigkeit zu Wissen was sie tut. Wenn es nicht klappt, kann sie immer noch sagen, dass man dies so an der HSG lehrt 🙂

Offensichtlich funktioniert die neue Organisation von Zürich Tourismus noch nicht wie gewünscht. Die vielen Kündigungen und Abgänge haben scheinbar ein grosser Know-How Verlust nach sich gezogen. Ich finde zudem das sich eine Führungsperson während einer solchen Reorganisation keine Ferien nehmen soll, alleine schon wegen der Unsicherheit der Mitarbeitenden und einem möglichen Motivationsverlust, der bei solch einer Reorganisation entstehen kann. Möglicherweise lässt sich die ganze Aktion auch nur als “Profilierung einer neuen Führungskraft” umschreiben, zu häufig hat man diese Erfahrung schon gemacht…

Und wenn wir schon bei Zürich Tourismus sind:

Ich gehöre zu denen, die das neue Logo und den Slogan als nicht gelungen betrachtet. Zu gerne erinnere ich mich an Zeiten, mit Slogans wie: “Little Big City” oder “Downtown Switzerland”. Das neue Logo macht für mich einen billigen Eindruck. Die unterschiedlichen Schrifttypen, der Mix mit der Klein- und Grossschreibung, sowie der goldene Swissness-Knopf passt überhaupt nicht zusammen. Die beiden lang gezogenen Kreise sind für mich aber das wirkliche No-Go, denn dies sieht für mich nach einer “Ich-mach-das-rasch-mit-Powerpoint-während-der-Mittagspause” – Aktion aus!

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Endlich gutes Radio

Wednesday, 13. July 2011 at 23:53 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Diesem Beitrag kann ich nur beipflichten: Die Radio-Landschaft der Schweiz ist öde und langweilige geworden, eine Wüste auf dem UKW-Band, ohne Abwechslung und überall dieser Einheitsbrei.

Ohne die Auswahl der Musik – passend zu meiner momentanen Stimmung – kann ich mir “Radio hören” gar nicht mehr vorstellen. Zum Glück gibt es schon seit Jahren tausende von Webradios welche dieses Bedürfnis erkannt haben und für jeden Geschmack etwas anbieten. Meine erste Wahl bei Musik ist ganz klar Digitally Imported, der Sender für elektronische Musik aller Art und Sky.fm, für die Musik aus den 80ern.

Das Beste daran: Für 50 USD bekommt man Werbefrei ein ganzes Jahr die beiden Webradios in hoher Qualität zu hören. Das sind über 70 Kanäle von Musikarten und Stilrichtungen, von denen es im normalem Radio nie was zu hören gibt.

Es ist eigentlich schade, dass der Zahler der Billag Gebühren nicht (mit)bestimmen kann, an welche Radiostationen seine Geld überwiesen wird. Die (Neu)Verteilung der Gelder könnten womöglich noch einige Radio-Akteure überraschen…

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The Yes Men Fix The World

Sunday, 10. July 2011 at 14:43 Uhr

Schon ein wenig älter, aber immer noch eine Wucht!

Quelle: dokus4.me
The Yes Men, das sind Mike Bonnano und Andy Bichlbaum und The Yes Men Fix The World. Und das auf ihre ganz eigene Art. Im wahren Leben Professoren an einer renommierten amerikanischen Universität frönen die beiden einem ausgesprochen interessanten Hobby: Sie sind Globalisierungsgegner. Doch anstatt zu demonstrieren, kopieren die beiden lieber Webseiten global aktiver Konzerne wie Halliburton und warten bis man sie einlädt als Repräsentanten auf einer der unzähligen Konferenzen zu sprechen. Das tun sie dann mit dem größten Vergnügen. Nur die Inhalte ihrer Reden sind meist anders als gedacht. So lassen die beiden als Repräsentanten des Chemiekonzerns Dow, der durch einen Chemiegasunfall in Bhopal, Indien in den Achtzigern in die Schlagzeilen geriet, schon mal bei einem Interview mit der BBC verlauten, dass sie den halben Konzern auflösen. Und das Geld dann den Opfern in Indien zukommen lassen, die bis heute nicht entschädigt wurden. Mit skurrilen, witzigen Aktionen versuchen sie auf den Irrsinn der Globalisierung und die damit verbundenen Gefahren aufmerksam zu machen – eine Nachricht, die vor allem jetzt im Zuge der Immobilien- und Bankenkrise an Brisanz gewinnt.

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So wird die Abtreibungsinitiative schmackhaft gemacht

Wednesday, 6. July 2011 at 19:35 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Der Nationalrat Peter Föhn wollte eigentlich nur den Leistungskatalog der Krankenkassen säubern. Es war Sommer 2009 und der nächste Prämienschock kündigte sich an. In einer Motion verlangte er, Leistungen wie Abtreibungen oder Schönheitsoperationen aus dem Pflichtkatalog zu streichen.

Doch dann klopften verschiedene Institutionen beim Schwyzer SVP-Politiker an, die sich seit der 2002 vom Volk genehmigten Fristenlösung schwer tun mit Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs in den ersten zwölf Wochen, und sie regten eine Volksinitiative an. So entstand die Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache».
[…]
Die Initiative habe wenig Chancen, sagen befragte Experten. Insbesondere mit ethischen oder religiösen Argumenten hole man nicht viele Wähler ab. «Es gibt heute keine Mehrheit für eine restriktivere Regelung der Abtreibung», sagt Politologe Daniel Kübler. Bessere Chancen haben die Initianten, wenn sie ganz auf das finanzielle Argument setzen. «Das finanzielle Argument zählt sicher mehr als das moralische», sagt Dorothea Lüddeckens, Religionswissenschaftlerin an der Universität Zürich.

Religiös motivierte Initiativen haben in einer säkularisierten Gesellschaft nichts verloren.
Ich kenne da auch noch Leistungen die man aus dem Pflichtkatalog der Grundversicherung streichen könnte und die nach der Logik von Herrn Peter Föhn auch unter “Privatsache” fallen müssten:

– Krebsvorsorge und -behandlung bei Rauchern
– Lebertransplantation bei Alkoholikern
– Notoperation nach selbst verschuldetem Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit
– Beinbruch nach Skiunfall
– …

Als ob eine Abtreibung ein lustiger Event wäre die eine Frau als Kick sucht, um den grauen Alltag hinter sich zu lassen. Um wirklich bei den Gesundheitsausgaben sparen zu wollen, sollten wir erst die grossen Kostenpositionen ins Auge fassen und angehen. Medikamentenpreise wären doch mal ein Anfang… oder ist dies eines Sommerlochs nicht würdig Herr Föhn?

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Die Zukunft findet ohne Ticket statt

Saturday, 2. July 2011 at 20:20 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

Künftig muss man nicht mehr ans Billett denken. Die SBB arbeiten an einem landesweiten System, mit dem Bahn-, Tram- und gar Seilbahnfahrten automatisch abgerechnet werden.

Es sieht aus wie eine etwas dick geratene Kreditkarte, das universelle drahtlose elektronische Ticket. Neben einem Computerchip enthält es eine Antenne und eine winzige Batterie. Mit dem E-Ticket in der Tasche wird man Züge, Trams und Busse benützen, ohne ans Billett oder ans Abonnement denken zu müssen. Sensoren in den Wagen registrieren, welche Wege wir zurücklegen, indem sie die E-Tickets aller Personen an Bord erfassen, sobald die Türen zu sind. Am Monatsende kommt die detaillierte Abrechnung, genau wie beim Telefon.

Soweit so gut…

Als erste Etappe sieht SBB-Experte Garcia ab 2014 die Ablösung der heutigen Abonnemente durch die «ÖV-Karte» der neuen Technik. Die Erfassung der Wege würde zunächst noch nicht automatisch vorgenommen: Die Reisenden weisen bei der Kontrolle statt ihres Abonnements die Karte vor, die der Kondukteur kontaktlos ablesen könnte, sein rotes mobiles Terminal wird dann dafür eingerichtet sein.

In einer nächsten Phase, frühestens ab 2018, würden Sensoren in den Wagen über Funk automatisch die Daten aller Passagiere abfragen, die Chipkarten könnten in den Taschen bleiben. Den Entscheid dafür müssten wiederum die SBB, die Transportunternehmungen, Tarifverbünde und der Verband der öffentlichen Verkehrsunternehmen (VÖV) fällen.
[…]
Die Technik ist klar: Einmal täglich senden die Geräte in den Wagen die erfassten Daten an eine Zentrale. Dort werden die Daten ausgewertet und wird die Abrechnung erstellt; auf der Karte werden keine Tarifdaten gespeichert. Der Prozess findet nicht in Echtzeit statt, es ist also unmöglich, den Aufenthaltsort einer Person festzustellen.

Nicht in Echtzeit? Die Transportunternehmen verzichten tatsächlich auf den Zugriff der Daten in Echtzeit? Ich vermute dahinter eher die Taktik, dieses System mit diesem “Ausschluss” Salonfähig zu machen um später die Verfügbarkeit der Daten in Echtzeit still und leise einzuführen.

Der Vorteil der automatischen Billettkontrolle für die Kunden: Haben sie ihre Karte bei sich, brauchen sie nicht mehr ans Lösen von Billetten zu denken. Validieren, das heisst mit einem Guthaben aufladen oder mit einem Abonnement, lässt sich die Karte bequem via Internet oder an Automaten. Wer nicht will, dass eine Zentrale über seine Wege Buch führt, kann eine anonyme Karte gegen Vorauszahlung benützen.

Nach Erfahrungen bei Verkehrsverbünden in Deutschland tun das laut Kalbermatter aber weniger als ein Prozent der Kunden. Die meisten vertrauen darauf, dass die Daten – wie die Daten der Handybenützung – vertraulich behandelt werden. Die Datenschützer haben Richtlinien erlassen, an die sich die Verkehrsunternehmen halten werden.

Diesen verspricht das E-Ticketing grosse kommerzielle Vorteile. Neben den neuen Tarifmodellen und Bonussystemen (die jedoch nicht zusammen mit dem E-Ticket eingeführt werden sollen) wird der Aufwand für den Unterhalt der Verkaufsautomaten und die Verarbeitung des Geldes reduziert, die Billettkontrolle geht viel schneller, das System kann sogar selber erkennen, ob Leute mit ungültigen Tickets im Wagen sind.

Schön das es Menschen gibt, die einem Profit orientiertem Unternehmen soviel Vertrauen im Umgang mit persönlichen Daten zutrauen. Offensichtlich gehöre ich einer Minderheit von unter einem Prozent an, die nicht darauf vertrauen, dass solche Unternehmen nicht Mittel und Wege suchen werden aus solchen Daten Kapital zu schlagen. Dabei muss nicht einmal die Absicht einer Vermarktung der persönlichen Daten im Vordergrund stehen. Beispiele aus der Vergangenheit zeigten immer wieder auf, dass ein ungenügender Zugriffsschutz zur Bekanntgabe der Daten führen kann.

Solange es die Möglichkeit gibt anonyme E-Ticketing Karten zu benutzen werde ich diese Technik nur in diesem Umfang benutzen.

Und ja, ich habe einiges zu verbergen!
Zum Beispiel will ich nicht irgendwelchen Unternehmen oder Personengruppen bekanntgeben, wo ich letzten Dienstag zwischen 21:00 und 21:45 Uhr gewesen bin.

Denn wenn solche Daten gespeichert werden, werden diese auch benutzt, sonst würden diese Daten nicht gespeichert werden.

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