Wie sicher wären neue AKW?

Saturday, 9. May 2009 at 22:50 Uhr

Quelle: tagesanzeiger.ch

«Es gibt keine Energie zum Nulltarif», sagt Horst-Michael Prasser, ETH-Professor für Kernenergiesysteme. Jeder Schritt von der Gewinnung des Urans über den Betrieb eines Kernkraftwerkes bis zur Endlagerung berge gewisse Risiken. Aber auch erneuerbare Energien seien mit schädlichen Umwelteinflüssen verbunden – nur werde das von den Gegnern der Kernenergie kaum je erwähnt. So sei etwa die Gewinnung von Kupfer für Windgeneratoren und Solarzellen ebenfalls mit Bergbau verbunden. «Vergleicht man die Gesundheits- und Umweltbelastung der verschiedenen Energieproduktionsarten, schneidet die Kernenergie sehr gut ab.» Nur die wenigsten wüssten, dass bei der Herstellung von Solarzellen giftiger Sondermüll entstehe, der bereits heute unter Tag entsorgt werden müsse.

Natürlich gibt es keine Energie zum Nulltarif, dies wurde auch gar nicht gefordert. Der Versuch die Kernenergie mittels verschiedenen “Energieproduktionsarten” schön zu reden ist “green washing”, denn in der Gesamtbilanz – und die ist eigentlich relevant – schneidet die Atomkraft miserabel ab. Zudem finde ich es problematisch von giftigem Sondermüll in der Solarproduktion zu sprechen und dabei die Wiederaufbereitung und Entsorgung von nuklearen Brennelementen mit keinem Satz zu erwähnen.

Es müssen Wege und Möglichkeiten gefunden werden alternative Energieträger effizienter und umweltfreundlicher zu machen, ganz klar. Hingegen auf eine Technologie zu setzen die einen endlichen Rohstoff für den Betrieb benötigt – von den anderen Risiken mal ganz abgesehen – darf wirklich nicht mehr unser vorrangiges Ziel in der heutigen Zeit sein.

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